EAT SMARTER kostenloses Probeheft 5/2020
Smart Kids

Essen mit Kindern

Von Lisa Meister
Aktualisiert am 18. Aug. 2020

Obst und Gemüse gehören meist nicht zu Juniors Vorlieben. Pizza, Pasta und Pommes frites stehen hingegen hoch im Kurs, wenn es ums Essen mit Kindern geht. Wir haben mit der Ernährungsberaterin Marianne Botta gesprochen und unter anderem geklärt, wie es dennoch gelingt, Grünzeug schmackhaft zu machen.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Essen mit Kindern: Probieren geht über Studieren
  2. Keine Extrawünsche 
  3. Dank einer Tagesstruktur bleibt der Heißhunger aus
    1. Start in den Tag
    2. Gerüstet zum Spielen
    3. Snackalarm
    4. Gute Nacht
  4. Dos and Don'ts am Esstisch
  5. Obst und Gemüse
  6. Wir suchen Ihre Tipps

Marianne Botta
Die Lebensmittelwissenschaftlerin und Autorin kennt sich bestens rund um das Thema Essen mit Kindern aus. Als achtfache Mutter hat sie stets tolle Tipps parat.

Essen mit Kindern: Probieren geht über Studieren

Die Zeit am Esstisch ist für einige Familien ein bloßer Kampf. Sätze wie „Ich mag das nicht“ oder „Nicht schon wieder Spinat“ gehören dabei zum Repertoire der Kinder. Das kennt auch unsere Expertin Marianne Botta gut und rät: „Zu Beginn ist es wichtig, sich als Eltern bewusst zu machen, was Sie sich in Bezug auf die Ernährung Ihres Nachwuchses wünschen. Nehmen Sie die Vorbildfunktion ein, ziehen Sie unbedingt an einem Strang und leben Sie Ihren Zwergen Genuss vor. Reden Sie positiv über das Essen, zeigen Sie, wie gut es Ihnen schmeckt und wie vielfältig das Angebot an Nahrungsmitteln ist. Stehen außerdem Obst und Gemüse regelmäßig auf dem Tisch, werden diese automatisch als normal erachtet.“

Die Mutter empfiehlt, keinen Druck auf die Kinder auszuüben, wenn sie etwas nicht essen möchten. „Im Alter von eineinhalb bis sechs Jahren befinden sich die Knirpse in der Phase der Neophobie: Alles, was neu ist oder anders aussieht, lehnen sie ab. Vor allem Nahrungsmittel mit Geschmäckern wie sauer, bitter oder scharf.“ Es ist daher normal, wenn Ihre Sprösslinge zum Beispiel Rucola nicht auf Anhieb mögen. Versuchen Sie es nach einiger Zeit erneut. Sie können ihn dann auch mit einem anderen Produkt wie Mozzarella kombinieren, falls Ihr Nachwuchs diesen gern isst. „Oft hilft es, zu fragen, warum Ihr Kind etwas nicht mag. Liegt es an der Konsistenz oder kratzt es im Hals? Ist Letzteres der Fall, könnte eine Allergie schuld sein. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen“, rät der Profi.

Merke!
Seien Sie ein Vorbild für Ihre Kinder. Wird ein Lebensmittel nicht gemocht, bieten Sie es beim nächsten Mal in Kombination mit einem bevorzugten Nahrungsmittel an. Die Kinder müssen sich an viele Geschmäcker erst gewöhnen.

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Keine Extrawünsche 

Extra für die Kids zu kochen, findet Frau Botta nicht gut. „Sobald sie ein Jahr alt sind, können sie mit am Esstisch der Eltern sitzen und das Gleiche zu sich nehmen. So gewöhnen sie sich direkt an eine bunte Ernährung. Servieren Sie Gemüsesorten allerdings lieber einzeln. Die Kleinen können dann zu dem greifen, was sie mögen.“ Um neue Geschmäcker näherzubringen, hat die Autorin einen Trick parat: „Bei dem Schlecken-Spucken-Schlucken-Spiel tasten sich Kids langsam heran. Eine Bohne wird beispielsweise zunächst angefasst und angeleckt. Wird das akzeptiert, sollte sie im nächsten Schritt angebissen und anschließend gegessen werden. Ihr Kind mag sie nicht? Einfach ausspucken und an den Tellerrand legen.“ So lernen die Zwerge spielend neue Lebensmittel kennen.

Während bei Obst und Gemüse etwas Geduld gefordert ist, gehören Süßigkeiten zu den Lieblingsspeisen. Anstatt sie konsequent zu verbieten, bevorzugt die Expertin einen moderaten Umgang mit den heißgeliebten Naschis. „In der Regel habe ich keine im Haus. Wenn der Heißhunger kommt, backen wir einen Kuchen“, erzählt sie entspannt. Damit nun auch Sie trotz möglicher Anstrengungen beim Essen mit Kindern gelassen bleiben und vor allem nicht die Freude am Genuss verlieren, geben wir Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie stets die Nerven behalten. 

Merke!
Die Kids sollten so früh wie möglich das Gleicht wie die Eltern essen. Um den Süßigkeiten-Konsum in Maßen zu halten, kaufen Sie nur gelegentlich welche und versuchen, gesunde Snacks selbst zuzubereiten.

Dank einer Tagesstruktur bleibt der Heißhunger aus

Mit drei Mahlzeiten und zwei Snacks haben Kids stets genug Energie: 

Start in den Tag

Um mit Power ein neues Abenteuer zu beginnen, eignen sich etwa Haferflocken und ungezuckerte Müslis mit Joghurt oder Milch. Frisches Obst ergänzt das Frühstück perfekt. 

Gerüstet zum Spielen

Das Mittagessen fällt bei vielen warm aus. Kartoffeln, Vollkornnudeln, Naturreis oder Hülsenfrüchte sowie Gemüse bilden die Basis. Zwei- bis dreimal pro Woche gibt es dazu Fleisch und einmal Fisch – am besten bio. 

Snackalarm

Am Vor- und Nachmittag lassen sich die Akkus mit Nüssen, einem Stück Obst oder knackigen Gemüsesticks samt Dip wieder aufladen. 

Gute Nacht

Den kulinarischen Abschluss kann das klassische Dinner bestehend aus Vollkornbrot, Rohkost, verschiedenen Aufstrichen und Aufschnitten sowie Käse bilden. 

Merke!
Um Heißhunger zu umgehen und für genug Energie, werden drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten empfohlen.

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Dos and Don'ts am Esstisch

Handyklingeln, Stress oder Diskussionen über schlechte Schulnoten sind wahrlich keine guten Bedingungen für ein relaxtes Essen mit Kindern. Wir zeigen Ihnen zehn Tricks für eine entspannte Atmosphäre.

  1. Beziehungen stärken: Im Alltag geht es bei vielen Familien turbulent zu und das Essen mit der ganzen Rasselbande fällt weg. Vereinbaren Sie daher, mindestens eine Speise pro Tag zusammen und in Ruhe zu genießen.
  2. Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb: Warten Sie, bis jeder Platz genommen hat, um gemeinsam anzufangen. Auch ein kurzer Spruch zum Start kann ein schönes Ritual einer fröhlichen Zeit sein. 
  3. Wochenpläne erstellen: Um Quengeleien zu vermeiden, überlegen Sie mit der Familie, was Sie in den nächsten Tagen essen möchten. Meckern gilt dann nicht, denn es wurde schließlich gemeinsam beschlossen. 
  4. Übung macht den Meister: Es landet Gemüse auf dem Boden oder beim Selberauffüllen tropft Sauce auf den Tisch? Seien Sie nicht böse, sondern bleiben Sie gelassen. Beim nächsten Mal klappt es bestimmt besser.
  5. Seien Sie ein Vorbild: Ernähren Sie sich so, wie Sie es sich von Ihrem Nachwuchs wünschen. Verschmähen Sie Gesundes wie Obst, Gemüse oder Vollkornprodukte daher nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sonst auch Ihre Kids einen großen Bogen um diese Dinge machen, ist groß. 
  6. Schwierige Themen meiden: Streit und Diskussionen gehören nicht zum Essen. Schieben Sie beides besser auf danach. Tauschen Sie sich stattdessen über positive Erlebnisse des Tages aus, erzählen Sie sich etwas Schönes oder schmieden Sie Pläne für das Wochenende.
  7. In der Ruhe liegt die Kraft: Für eine bewusste Ernährung und ein gemütliches Zusammensein am Tisch sind ein ständiges Handyklingeln sowie die Dauerbeschallung durch Fernseher oder Radio Gift. Stellen Sie diese Geräte deswegen ab. 
  8. Keinen Druck erzeugen: Mahlzeiten, die in einer von Zwang geprägten Atmosphäre eingenommen werden, führen eher zu einer Verstärkung der Abneigung gegen ein Lebensmittel. Sorgen Sie daher für eine friedliche Stimmung.
  9. Kleine Küchenchefs: Selbst zubereitet schmeckt es am besten. Sie werden sehen, die Kleinen werden ihre Ergebnisse mächtig stolz präsentieren und ordentlich zulangen. 
  10. Superhelden-Auflauf: Seien Sie kreativ und geben Sie den Gerichten lustige Fantasienamen. Laut Studien werden die Kids dadurch ermutigt, mehr Gesundes zu essen. 

Merke!
Für eine entspannte Zeit am Esstisch, hilft es, Diskussionen zu meiden, die Mahlzeit gemeinsam zu beginnen oder vorab einen Wochenplan zu erstellen.

Obst und Gemüse

So mausert sich beides zum heimlichen Star auf dem Teller:

  • Smart versteckt schmeckt es doppelt so gut: Kochen Sie zum Beispiel eine Tomatensauce mit Gemüse und pürieren Sie am Ende alles. Der Nachwuchs sieht so nicht, was er gerade isst, und Sie freuen sich, dass auf diese Art ein paar Vitamine in den Bäuchen der Kleinen landen. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe. 
  • Happy Face: Um die Beliebtheit von Obst zu steigern, können Sie lustige Gesichter gestalten: Eine Scheibe Ananas ist die Grundlage, Kirschen werden zu Augen, eine Blaubeere zur Nase und eine Apfelspalte zum lachenden Mund. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. 
  • Kunterbunter Teller: Färben Sie Pancake-Teig oder Pürees mit Gemüsesäften ein. So verzaubern Sie die Speisen im Nu zu leuchtenden Regenbogen. 
  • In Form gebracht: Verwenden Sie Plätzchenausstecher und geben Sie damit Gemüsepuffern oder belegten Broten ein neues Äußeres. 
  • Variationen: Reichen Sie etwa Kohlrabi, Möhren oder Paprika als Rohkost. Vielleicht mag Junior das lieber als gekocht. 

Merke!
Bei Obst und Gemüse gilt: je bunter, desto besser. Auch in Sauce gemischt oder mit Plätzchenausstechern in eine lustige Form gebracht motiviert die Kleinen mehr Grünzeug zu essen.

Wir suchen Ihre Tipps

Als Familienoberhaupt haben Sie Ihre kleine Rasselbande stets unter Kontrolle? Sie wissen, wie Sie Ihren Rabauken eine extra Portion Gemüse unterjubeln können, wie das perfekte Ablenkungsmanöver an der Quengelkasse aussieht oder haben ein buntes Auflaufrezept? Dann machen Sie mit bei unsere Gewinnspiel und freuen sich auf tolle Gewinne. Wie das geht? Hier finden Sie alle wichtigen Informationen. 

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