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Natur pur

Nützlinge – tierische Hilfe im Gewächshaus

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 09. Sep. 2013
Nützlinge werden häufig im Gewächshaus eingesetzt Nützlinge werden häufig im Gewächshaus eingesetzt

Fressen und gefressen werden – auf dieses uralte Prinzip der Natur setzen immer mehr Hobbygärtner, Landwirte und Gewächshausbetreiber, wenn sie ihre Pflanzen vor hungrigen Schädlingen schützen wollen. Sie setzen Raubinsekten ein, auch Nützlinge genannt, die etwa Läusen gezielt zu Leibe rücken. Die kleinen Helfer sind genauso effizient wie chemische Mittel, hinterlassen im Gegensatz zu denen aber keine Rückstände an Pflanzen und Erbgut und schonen andere Tiere. Hier sind die beliebtesten Nützlinge:

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Nützling Marienkäfer

Der beliebteste Nützling ist wohl der Marienkäfer. Dabei ist das putzige gepunktete Insekt ein wahrer Wolf im Schafspelz: Bis zu 600 Läuse vertilgt ein Marienkäfer als Larve. Die meisten Marienkäfer – es gibt bei uns über 70 verschiedene Arten – fressen Blattläuse. Es gibt aber auch Arten, die sich auf Schildläuse oder Schadpilze spezialisiert haben.

Nützling Fliege, Laufkäfer & Co.

Auch Florfliegen und Schwebfliegen sind natürliche Gegenspieler von Läusen. Zu den wichtigsten Nützlingen zählen die bis zu 45 Milimeter großen Laufkäfer, die gegen Raupen, Kartoffelkäfer und kleine Schnecken vorgehen. Die Raubmilbe macht ihren pflanzenfressenden Artgenossen den Garaus.

Nützling Hummel

Die Hummel ist weniger für die Schädlingsbekämpfung zuständig, spielt dafür aber eine sehr wichtige Rolle bei der Bestäubung der Pflanzen. Ihr pelziger Körper ist ideal, um große Mengen Pollen von Blüte zu Blüte zu tragen und so für eine reiche Ernte zu sorgen. Der als gemütlich geltende Brummer ist zudem viel fleißiger und schneller als seine kleine Kollegin die Biene und wird daher bevorzugt in Glasgewächshäusern eingesetzt.

Nützling Spinne

Und auch wenn man Spinnen im Haus nicht mag, als Nutztiere sind sie unentbehrlich. In ihren Netzen landet eine große Vielfalt an schädlichen Beutetieren, von Läusen über Blattsauger bis zu Zikaden.

Nützlinge im Gewächshaus

Der Einsatz von natürlichen Helfern ist deutlich aufwendiger und auch kostspieliger als der Einsatz konventioneller Pflanzenschutzmittel. Siedeln sich in natürlichen Gärten meist von ganz alleine genügend Nützlinge an, müssen diese manuell in Gewächshäuser gesetzt werden. Der Vorteil widerum: entsprechend des jeweiligen Befalls der Pflanze können hier gezielt die passenden Nützlinge eingesetzt und Schädlinge schnell und erfolgreich bekämpft werden. Schon in den 30er Jahren entstand die Idee, Nützlinge in Gewächshäusern einzusetzen. Sie wurden dann allerdings lange Zeit von den einfacher einzusetzenden chemischen Keulen verdrängt – bis in Deutschland das Biobewusstsein erwachte und die Nachfrage nach natürlich erzeugten Lebensmitteln explodierte. Mittlerweile setzen die meisten professionellen Gärtner auf Nützlinge – aber auch Hobbygärtner und Pflanzenliebhaber. Seitdem gibt es auch immer mehr Anbieter, die sich auf die Zucht der tierischen Helferlein spezialisiert haben.

Nützlinge im Einsatz

Damit sich die krabbelnden und fliegenden Schädlingsbekämpfer wohl fühlen, benötigen sie neben den passenden Licht-, Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen vor allem ihre Beutetiere als Nahrungsquelle. Daher verschwinden die Nützlinge, sobald sämtliche Schädlinge aufgefressen sind. Der Vorteil dabei: Das System bleibt im Gleichgewicht. So können Nützlinge punktuell und individuell gegen den jeweiligen Schädling eingesetzt werden.

Auch Hobbygärtner können die tierische Unterstützung für ihren Garten nutzen. Positiver Nebeneffekt: Den kleinen Helfern bei ihrer Arbeit und den mit viel Hingabe und Mühe selbst angebauten Pflänzchen beim Gesunden zuzusehen, ist oft ein ganz besonderes Glücksgefühl.

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