Der Profi-Coach

Über die Macht der (Selbst)Liebe

Von Uwe Pettenberg
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Herz-Form aus Händen in der Sonne

Nur wer sich selbst liebt, kann anderen etwas zurückgeben. Wohin mangelnde Selbstliebe führen kann, zeigen die Wahlen in den USA, sagt Profi-Coach Uwe Pettenberg – und gibt Tipps, wie wir es besser machen können.

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Nichts ist wichtiger als die Art, wie wir über uns selbst denken und fühlen. Von Dir selbst und von dem was Du tust und wer Du bist eine hohe Meinung zu haben, ist die Basis für Selbstliebe. Mangelnde oder keine Selbstliebe betrifft viele von uns, im Einzelnen aber auch als Gesellschaft. Der Blick auf den Ausgang der US-amerikanischen Wahlen ist ein trauriges, schockierendes Beispiel für mangelnde Selbstliebe, weil hier glasklar zu sehen ist, was die Konsequenz ist: Machtgier, Diskriminierung, Rassismus, Sexismus. Denn ein Mensch, der in der Liebe zu sich selbst ist, kann auch nur in der Liebe zu seinen Mitmenschen und unserer Erde sein.

Angesichts der stetig steigenden Teilnehmerzahlen in Selbsterfahrungsgruppen und hier ganz besonders Kursen zu (Selbst)Liebe macht mich das heute um so nachdenklicher. Warum also ist es so wichtig, dass wir uns selbst lieb haben? Den wichtigsten Grund habe ich bereits genannt: Wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch meine Mitmenschen so lieben, wie sie es verdient haben.

Hier noch einige wichtige Gründe für Selbstliebe:

  1. Das Leben wird leichter und einfacher. Wenn Du Dich selbst mehr liebst, wird alles schlicht viel einfacher. Wir können die Dinge relativer sehen und müssen nicht länger aus der Mücke einen Elefanten machen. Wir müssen uns selbst nicht länger klein machen oder schuldig fühlen, und wir dürfen endlich unseren Perfektionismus verabschieden und jeden Tag, jede Stunde als kostbares Geschenk annehmen.
  2. Du gewinnst mehr innere Stabilität. Wenn Du Dich selbst lieb hast und Dir mit Dir selbst sicher bist, Dich mit Dir sicher und wohl fühlst, kannst Du damit aufhören, Anerkennung und Beachtung von anderen Menschen zu erwarten und Dich von der Meinung anderer unabhängig machen. Auch dies ist übrigens meiner Ansicht nach ein Grund, warum die Amerikaner so gewählt haben, wie sie es getan haben: Wenn ich in mir instabil bin, brauche ich jemanden von außen, der mir sagt wo es lang geht und wie die Welt funktioniert. Ohne Selbstliebe verliere ich den Kontakt zu mir, meiner Intuition, meinem inneren Wissen. Innere Stabilität jedoch macht uns weniger bedürftig und unser Innenleben muss nicht länger die Achterbahnfahrt an Gefühlen aushalten, wenn wir ständig damit beschäftigt sind, was andere über uns sagen oder denken.
  3. Weniger Selbstsabotage. Hier ein kleines Geheimnis nach über 20 Jahren Coaching: Für die meisten Menschen ist der ärgste Feind sie selbst. Wenn wir jedoch unseren Selbstwert stärken und erhöhen, fühlen wir verstärkt, dass wir die guten Dinge des Lebens tatsächlich verdienen. Je öfter wir das erleben, um so öfter kümmern wir uns darum und sind weiter motiviert. Und wenn wir diese schönen Dinge des Lebens dann erhalten oder erleben, wird Selbstsabotage immer unwahrscheinlicher.
  4. Selbstliebe macht uns für jede Beziehung äußerst anziehend. Alle die bereits oben genanten Gründe zusammengenommen macht uns weniger bedürftig und lässt uns selbstverständlicher geben. Uns zu verschenken ist etwas ganz wunderbares, denn alles kommt hundert- und tausendfach zu uns zurück. Wenn Du in der Selbstliebe bist, ist es einfacher, leichter und bereichernd mit Dir zu sein, denn es wird weniger Drama, unnötige Streitereien und Kämpfe geben. Abgesehen davon, dass es mehr Frieden geben wird, macht das ungeheuer attraktiv und das in jeder Beziehung, ob zu Deinem Kind, Deinem Partner, Deinen Kollegen, Deinen Freunden.
  5. Selbstliebe macht glücklich. Das ist meine Erfahrung, und deshalb schreibe ich auch so oft und so gerne darüber. Ich persönlich richte mich täglich immer wieder neu darauf aus, der beste Weg dahin ist die Achtsamkeit in allen Dingen. Innerhalb der Achtsamkeit ist Dankbarkeit ein ganz wichtiger Bereich. Auch darüber habe ich schon oft geschrieben.

Möglicherweise geht es Dir heute wie mir, Du bist immer noch schockiert und enttäuscht und vielleicht verspürst Du auch Angst. Meine Erfahrung ist: Wenn die Dinge am schlimmsten außer Kontrolle zu geraten scheinen, sind das die Zeiten, in denen wir alles loslassen dürfen, von dem wir geglaubt haben, dass es sicher und geschützt ist. Es sind diese Zeiten, in denen wir in unserer Unsicherheit die Sicherheit finden dürfen und auf eine Intelligenz vertrauen müssen, die uns jetzt noch verborgen ist. Sei mutig, sei tapfer. Jetzt ist die Zeit um zu vertrauen. Und die Liebe weiter in die Welt zu tragen.


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