Fitness

Traumfigur in Sicht! Drei Personal Trainer verraten ihre Tricks

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 29. Okt. 2020
Abnehmen durch Sport

Einmal richtig fit werden und am Strand eine fotoreife Bikinifigur präsentieren – davon träumen viele. Doch den wenigsten gelingt es, dieses Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Warum das so ist und wie man seine Ziele dennoch erreicht, erklären drei Top-Trainer exklusiv bei EAT SMARTER.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Marco Santoro über die Einstellung zum Sport und Motivation
  2. Steven Wilson über Disziplin und Geduld
  3. Alexandra Endlein über die Bedeutung gesunder Ernährung

Marco Santoro über die Einstellung zum Sport und Motivation

Freitagvormittag, 11:05 Uhr. Marco Santoro schlendert lässig durch die Räumlichkeiten der Kaifu-Lodge, einem angesagten Fitnesstempel im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Er trägt Jogginghose, Sweatshirt und ein rotblaues „Santa-Cruz“-Cap und wird alle paar Meter von einem der vielen Fitnessjünger begrüßt, die an diesem Morgen auf den Laufbändern und Crosstrainern schwitzen. Ihr Ziel: ein flacher Bauch, straffe Arme, ein muskulöser Körper. Doch mit der Traumfigur ist das so eine Sache. „Viele trainieren jahrelang – und erreichen sie doch nicht“, sagt Marco Santoro.

Seit 18 Jahren arbeitet Santoro als Fitnesstrainer und hat seither viele Klienten, darunter auch Prominente, betreut. Mal mithilfe der Methode „Zuckerbrot“, in der Regel jedoch nach dem Motto „Peitsche“. Denn das größte Problem, sagt der Sportwissenschaftler, sei, dass viele noch immer darauf hofften, mit möglichst geringem Einsatz einen maximalen Effekt zu erzielen – auch in Sachen Fitness. „Die Wahrheit ist jedoch eine andere“, betont Santoro: „Nur in der Hölle schmilzt das Fett!“

Eines ist sicher: Wer keine Lust auf ein hartes Training hat, ist bei Marco Santoro an der falschen Adresse. „Vollgas – und zwar bei jedem Workout“, lautet die Devise des 1,93 Meter großen Hünen, der die Trainingsintensität für wichtiger hält als den zeitlichen Umfang der Übungseinheiten. Man müsse nicht stundenlang im Fitnessstudio rumhängen und umfangreiche Programme absolvieren.

Entscheidend für den Erfolg sei vor allem der Einsatz, den man zeige, meint Santoro. „Und genau an dieser Stelle hapert es bei vielen“, betont der 38-Jährige und erzählt, dass viele Freizeitsportler nicht an ihre Leistungsgrenze gingen und bei anstrengenden Übungen schummelten, sobald der Trainer nicht genau hinsehe. „Das ist natürlich viel bequemer, als sich zu schinden“, gibt Santoro zu, „aber es bringt die körperliche Fitness garantiert nicht voran!“

Doch nicht nur die „Mogelmeister“ unter den Aktiven haben es schwer bei Santoro. Auch Crosstrainer-Fans müssen unerwartete Kritik einstecken. „Zur Wahrheit gehört, dass Crosstrainer in Sachen Fitness nichts bringen und primär von Personen genutzt werden sollten, die sich aufwärmen oder ihre Gelenke schonen wollen“, sagt Santoro.

Viele stünden stundenlang auf den „Rumeiergeräten“, um zu schwitzen und auf diese Weise ein gutes Gewissen zu erlangen. „Fakt ist aber: Vom Crosstrainer geht in der Regel niemand runter, weil er fix und fertig ist. Mit Effektivität hat das Ganze nichts zu tun“, so der Personal Trainer.

Aber was genau ist denn effektiv? Gibt es das perfekte Workout, das wirklich jeden in Form bringt? „Wer alleine im Fitnesscenter trainiert, sollte aufs Laufband oder aufs Rudergerät steigen“, sagt Santoro, „hier werden sehr viele Muskelpartien gleichzeitig beansprucht.“ Abgesehen davon sollte das Training stets auf den jeweiligen Hobbysportler abgestimmt werden und immer auch in Kombination mit einer Ernährungsberatung erfolgen.

Die Übungen, mit deren Hilfe man einen Traumkörper erreiche, seien weitgehend austauschbar, sagt Santoro, „letztendlich zählt nur der feste, innere Wille, etwas erreichen zu wollen“. Und genau dieses unbedingte Verlangen, dem inneren Schweinehund endlich Beine zu machen, müsse ein Klient mitbringen, sagt Santoro, „nur so kann er nämlich seine Ziele auch verwirklichen“.

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Steven Wilson über Disziplin und Geduld

Ähnlich sieht es Steven Wilson, Personal Trainer und Promi-Coach aus Neuss. Der 37-Jährige betreut Stars wie Verona Pooth und Sophia Thomalla. Und auch bei ihm heißt das oberste Gebot: „Disziplin, Disziplin, Disziplin“. Ein Fehler, den viele Abnehmwillige begingen, sei, dass sie sich allzu gerne ablenken ließen und nicht genug Geduld an den Tag legten.

„Viele glauben, es wäre schon damit getan, ein wenig zu joggen – doch körperliche Fitness erfordert weit mehr“, sagt Steven Wilson. Wie Santoro plädiert Wilson dafür, nah an der Leistungsgrenze zu trainieren. „Der Körper muss geschockt werden – nur dann reagiert er auf die Reize“, sagt der Fitnessexperte. Darüber hinaus sei es wichtig, einen erstellten Trainingsplan alle vier bis sechs Wochen an den Leistungsstand anzupassen. „Man muss den Organismus immer wieder fordern, damit man einen Effekt erzielt“, sagt Wilson.

Wer sich in dieser Hinsicht von einem Personal Trainer unterstützen lasse, erreiche seine Ziele auch. „Eine Stunde bei mir kostet 100 Euro aufwärts. Wer so viel Geld in seine Fitness investiert, hat meist eine stärkere Motivation, das Training durchzuziehen, als jemand, der einfach nur den Mitgliedsbeitrag an das Fitnessstudio überweist“, erläutert Wilson.

Wer sich jetzt vor dem finanziellen Ruin wähnt, weil er überlegt, dauerhaft einen Personal Trainer zu buchen, darf an dieser Stelle aufatmen. „Es reicht, wenn man insgesamt vier oder fünf Einheiten absolviert – und dies im Rhythmus von vier bis sechs Wochen“, sagt Marco Santoro. Der Hamburger möchte die Selbstständigkeit seiner Klienten fördern, betrachtet sich eher als „Lebensoptimierer“ denn als „Begleitservice“. Deshalb reiche eine begrenzte Stundenzahl vollkommen aus. „Ich möchte meine Klienten nicht ein Leben lang zwangsverpflichten“, sagt Santoro, „ich freue mich mehr darüber, wenn jemand das Trainingsprinzip verstanden hat und Bekannte oder Freunde zu mir schickt.“

Alexandra Endlein über die Bedeutung gesunder Ernährung

Vorsicht ist hingegen geboten, wenn es darum geht, das „Projekt Traumkörper“ komplett eigenständig in die Hand zu nehmen. „Viele vertrauen auf Internetangebote und hoffen, auf diesem Wege schnelle Diäterfolge und Trainingseffekte zu erzielen“, sagt Personal Trainerin Alexandra Endlein, 40, die bei Fitness First in München-Haidhausen arbeitet. Doch dieser Ansatz könne schnell nach hinten losgehen.

„Die meisten, die abnehmen wollen, haben die Kilos kurze Zeit später wieder auf den Rippen“, sagt Endlein und betont, wie wichtig es sei, Geduld zu haben und sich durch kleine Erfolgserlebnisse zu motivieren. „Tatsache ist, dass man schon nach ein bis zwei Wochen Training Erfolge sieht und beispielsweise mehr Wiederholungen bei den Übungen absolvieren kann als in der Vorwoche“, sagt Endlein. Diese kleinen Fortschritte dürften nicht übersehen werden. „Es sind Etappensiege auf dem langen Weg zur Beachfigur“, so die Expertin.

Ein weiterer Fehler, den viele begehen: „Sie essen schlichtweg zu wenig“, sagt Endlein. Wer nicht genug Kalorien zu sich nimmt, versetzt seinen Körper in eine Art Alarmbereitschaft. Die Zellen fahren ihren Energiebedarf herunter, der Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. „Wer dann wieder normal isst, tappt automatisch in die Jo-Jo-Falle“, erklärt Endlein. Und dies gelte es, unbedingt zu vermeiden. Abgesehen davon gibt es ein paar grundlegende Ernährungsregeln, die Hobbysportler berücksichtigen können. „Abends sollte man weitgehend auf Kohlenhydrate verzichten“, sagt Endlein.

Außerdem sei es hilfreich, viel Wasser zu trinken. Die „Überkohlenhydratisierung“ der Gesellschaft beklagt auch Marco Santoro. Er plädiert dafür, nicht ständig Salate zu bestellen und darin herumzustochern, sondern seine Mahlzeiten auch zu genießen. „Hin und wieder zu schlemmen, ist nicht verboten – im Gegenzug muss man jedoch bereit sein, hart zu trainieren“, sagt Santoro. Er nippt am Latte macchiato und schnappt sich den dazu gereichten Keks. „Wer sich nie etwas gönnt, wird schnell unzufrieden“, sagt Santoro. Und schlechte Laune steht selbst Menschen mit Traummaßen nicht gut zu Gesicht.

Janina Darm

 
Toller Beitrag, aber was, wenn man z.B. diesen Traum hat und eine Autoimmunkrankheit wie Hashimoto Thyreoditis (frisst die Schilddrüse auf) und zu solchen Höchstleistungen über die eigenenGrenzen hinaus nicht in der Lage ist?! Ein Feedback oder einen Beitrag hierzu fände ich echt super!
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Steffi389, wie Sie sich vorstellen können ist es sehr schwer ohne genaue Informationen irgendeine Sport- oder Ernährungsempfehlung zu geben. In diesem Fall sollten Sie sich an einen Arzt Ihres Vertrauens wenden und diesen um Rat fragen. Es tut uns Leid, dass wir Ihnen hier nicht weiterhelfen können. Herzliche Grüße von EAT SMARTER
 
...dass das Training mit dem Crosstrainer nichts für die Fitness bringt hängt eher an der Art des Trainings - nicht an der Methode. Aber Herr Santoro will ja Bücher verkaufen, was liegt da näher als DEN Heimtrainer schlechthin zu attackieren...
 
Danke ......das stimmt auch auf dem Crosstrainer kann man Intervalltraining betreiben, respektive genauso hart trainieren. Und ja es schont die Gelenke was ist falsch daran, einfach mal wechseln zwischen Laufen Crosstrainer und Rudern somit hat man alles abgedeckt.
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