Die Getränkeprüferin

Trinkschokolade: Wie Sie nachhaltigen Kakao erkennen

Von Nicole Oschwald
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Nachhaltiger Kakao UTZ

Wenn es draußen stürmt und prasselt, hebt eine heiße Tasse Kakao die Laune. Doch das Gewissen trinkt mit. Stammt das Pulver der Trinkschokolade aus nachhaltiger Produktion? Wurde für den Schokowürfel, der gerade in der Milch schmilzt, ein Wald gerodet? Das UTZ-Siegel soll diese Bedenken ausräumen. Erfahren sie, was das Zeichen über sozial und ökologisch verträglichen Kakaoanbau verrät.

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Gütesiegel für Kakao

Zwei Drittel der deutschen Haushalte achten beim Einkaufen auf Gütesiegel, die für Qualität und Sicherheit stehen. Laut der aktuellen SGS-Verbraucherstudie beginnt die Produktsicherheit für die Bundesbürger bereits in der Produktion.

Umweltschäden sollen vermieden und Arbeiter keinen Risiken ausgesetzt werden. Auf den Kakaofeldern in Afrika gehören solche sozialen und ökologischen Probleme jedoch häufig zum Arbeitsalltag. Eine weltweit große Nachfrage und Preisdruck erschweren den Kakaobauern eine nachhaltige Wertschöpfung. Hier setzt das Zertifizierungsprogramm UTZ an.

UTZ ist für Kakao das größte Nachhaltigkeitsprogramm

UTZ bedeutet in der Maya-Sprache Quiché „gut“. Die gleichnamige Organisation bietet ein Zertifizierungs- und Rückverfolgbarkeitsprogramm für eine sozial verantwortliche und umweltfreundliche Produktion. Das UTZ-Siegel finden Verbraucher auf zahlreichen Produkten, die Kakao enthalten.

Es sieht aus wie eine rote geschwungene Flagge, in deren Mitte die drei weißen Buchstaben UTZ stehen. Auf Verpackungen für Trinkschokolade ist darunter meist die Produktspezifikation „Kakao“ angegeben.

Beim Kakao arbeitet die UTZ mit mehr als 465.000 Kakaobauern in 19 Ländern zusammen. In Schulungen lernen die Erzeuger Anbaumethoden, mit denen sie die Qualität des Kakaos und damit ihr Einkommen steigern können. Gleichzeitig erfahren sie, wie sie bei Anbau und Ernte Rücksicht auf Mensch und Umwelt nehmen. Inzwischen liegt der globale Marktanteil von UTZ-zertifiziertem Kakao bereits bei 20 Prozent.

Standards für Bauern, Hersteller und Händler

Für die meisten Verbraucher ist bei Prüfsiegeln wichtig, dass hinter den bestandenen Tests eine unabhängige Kontrollstelle steht. Unser Prüfkonzern SGS ist zum Beispiel eine UTZ zugelassene Zertifizierungsstelle. Unsere Mitarbeiter kontrollieren regelmäßig in den Erzeugerländern, dass die Bauern alle Anforderungen des sogenannten „Code of Conduct“ von UTZ erfüllen. Dazu gehören nachhaltige Anbaumethoden, sichere Arbeitsbedingungen sowie der Umweltschutz. Alle Aktionen müssen in einem Rückverfolgbarkeitssystem der UTZ protokolliert werden.

Neben UTZ gibt es noch weitere Initiativen, die sich mit der sozial- und umweltverträglichen Produktion von Kakao befassen – darunter etwa die Standards von Rainforest Alliance oder von Fairtrade International. Sie alle sorgen dafür, dass Sie Ihren Kakao guten Gewissens genießen können.


Über den Autor dieses Beitrags

Torsten Laub ist Pressesprecher bei SGS Institut Fresenius. In dieser Funktion ist er immer auf der Suche nach spannenden Geschichten aus dem Unternehmen – sei es die Prüfung von exotischen Lebensmitteln, besonders anspruchsvolle technische Tests oder Inspektionsaufträge an ungewöhnlichen Orten. Die im Text zitierte SGS-Verbraucherstudie 2016 basiert auf einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage zum Einkaufsverhalten der Deutschen. Der Berichtsband kann kostenfrei angefordert werden; per E-Mail an de.verbraucherstudie@sgs.com oder unter www.sgsgroup.de/produktsicherheit


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