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Frühjahrsmüdigkeit – warum sind wir so schläfrig?

Von Maja Seimer
Aktualisiert am 06. Mär. 2019
© Unsplash/ Kinga Cichewicz
© Unsplash/ Kinga Cichewicz

Endlich: Die Sonne lacht und überall sprießen Blümchen aus der Erde. Sollten wir da nicht voller Energie und Frühlingsgefühle in den Tag starten? Nein, wir schleppen uns müde aus dem Haus und sind froh, wenn wir abends wieder im Bett liegen. In unserem Live Smarter-Blog erklären wir, was es mit der Frühjahrsmüdigkeit auf sich hat und wie Sie wieder munter werden.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Frühjahrsmüdigkeit?
    1. Keine Krankheit, aber real
    2. Woher kommt die Frühjahrsmüdigkeit?
    3. April, April, der macht was er will
    4. Schlapp durch Vitamin-D-Mangel
  2. Ist es eine Frühjahrsdepression?
    1. Halten Sie die Augen auf
    2. Was sind Symptome einer Frühjahrsdepression?
  3. Was können wir tun, um wieder munter zu werden?
  4. Wissen zum Mitnehmen

Während die Krokusse blühen und die Vögel singen, wollen wir einfach nur wieder die Augen zu machen und schlafen. Müde, träge und ausgelaugt – so fühlen sich viele in den ersten warmen Tagen des Jahres. Doch kaum einer weiß, was es mit der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit auf sich hat.

Was ist Frühjahrsmüdigkeit?

Laut einer Umfrage der Hildesheimer Wickert-Institute leiden 54 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen unter Frühjahrsmüdigkeit. Das Phänomen umfasst jedoch nicht nur die kollektive Schläfrigkeit. Viele Menschen leiden unter Abgeschlagenheit, sind gereizt und neigen zu Schwindel und Kreislaufproblemen. In der Regel treten die Symptome ab Anfang März bis Mitte April auf.

Keine Krankheit, aber real

„Mir steckt da etwas in den Knochen“ – für manche fühlt es sich auch an, als hätten Sie sich einen Infekt eingefangen oder stünden vor einer dicken Erkältung. Doch der Virus namens Frühjahrsmüdigkeit ist keine Krankheit. Das heißt jedoch nicht, dass Sie sich Ihre Symptome nur einbilden oder sie nicht ernst nehmen sollten. Die Frühjahrsmüdigkeit existiert tatsächlich und sie lässt sich wissenschaftlich erklären.

Woher kommt die Frühjahrsmüdigkeit?

Das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit wird vor allem durch den Temperaturen-Wechsel im Frühjahr verursacht. Wenn die Kälte des Winters dem lauen Frühlings-Temperaturen weicht, muss sich der Körper umgewöhnen. Er reagiert auf die neue Wärme, indem er seine Blutgefäße weitet. So kommt es dazu, dass der Blutdruck abfällt und wir uns müde und schwach fühlen.

April, April, der macht was er will

Vor allem der April sorgt mit seinen Wetterumschwüngen dafür, dass sich die Blutgefäße in ständigem Wechsel weit und eng stellen müssen. Das belastet den Körper.

Schlapp durch Vitamin-D-Mangel

Die Frühjahrsmüdigkeit hat aber auch mit der Biochemie unseres Körpers zu tun. Nach den dunklen Wintermonaten, in denen uns kaum Sonne erreicht, ist der Vitamin-D-Wert im Blut bei den meisten Menschen sehr niedrig. Denn ausreichend Vitamin D können wir nur mithilfe der Sonne bilden. Bestimmte Lebensmittel wie etwa Lachs, Avocado und Steinpilz können zwar einen Beitrag zur Vitamin-D-Versorgung leisten, den vollständigen Bedarf jedoch nicht ausreichend decken.

Wissenschaftler haben längst herausgefunden, dass Vitamin-D-Rezeptoren in genau jenen Hirnregionen vorhanden sind, die für unsere Stimmungslage zuständig sind. Damit sackt mit dem Vitamin-D-Pegel auch die Stimmung ab und ebenso unsere Leistungsfähigkeit (1).

Merke!

Frühjahrsmüdigkeit tritt besonders häufig im März und April auf. Dafür sind meist Temperaturwechsel in dieser Jahreszeit verantwortlich, die für eine ständig wechselnde Eng- und Weitstellung der Blutgefäße sorgen.

Ist es eine Frühjahrsdepression?

Vielen Menschen fühlen sich im Frühjahr nicht nur schlapp, sondern sind auch nervös und schnell gereizt. Die Schweizer Chronobiologen Verena Lacoste und Anna Wirz-Justice fanden in einer Studie heraus, dass im Frühjahr bedeutend mehr Menschen an Nervosität und psychosomatischen Beschwerden leiden (2). Das erklären die Wissenschaftler mit dem hohen Erregungszustand des vegetativen Nervensystems im Frühjahr. Diese Labilität entsteht ebenfalls durch den Wetterumschwung und den Vitamin-D-Mangel.

Wenn die Frühjahrsmüdigkeit ganz natürlich verläuft, dauert sie höchstens ein paar Wochen. Dabei sollten Sie sich mit der Zeit immer fitter fühlen, bis Sie schließlich voller Power und Lebensfreude die neue Jahreszeit genießen können. Bei manchen Menschen kommen jedoch auch psychische Symptome wie Niedergeschlagenheit und Antriebsarmut hinzu. Sollten Sie sich niedergeschlagen fühlen und auch nach ein paar Wochen noch immer keinen Drang danach verspüren, raus zu gehen, könnten Sie eine Frühjahrsdepression entwickelt haben.

Halten Sie die Augen auf

Die Frühjahrsdepression ist genauso ernst zu nehmen, wie jede andere Depression. Da der Übergang von Frühjahrsmüdigkeit zu Frühjahrsdepression fließend verläuft, fällt es oft schwer, die Depression zu identifizieren. Gerade für Betroffenen selbst ist es oft nicht möglich, zu erkennen, dass ihr Zustand sich zu einer ernsthaften psychischen Erkrankung entwickelt hat. Besonders im Frühjahr gilt daher: Halten Sie die Augen auf. Sollten Sie beobachten, dass Menschen in Ihrem Umfeld folgende Symptome entwickeln, könnten Sie unter einer Frühjahrsdepression leiden.

Was sind Symptome einer Frühjahrsdepression?

  • kein Antrieb zu Aktivitäten
  • keine Freude an Dingen, die sonst Spaß machen
  • kein Interesse
  • Gefühl von Wertlosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Verzweiflung
  • Isolation

Die Frühjahrsdepression ist keine Seltenheit. Jedes Jahr steigt im Frühling die Zahl der Depressionen – im Sommer nimmt sie wieder ab. Wer selbst das Gefühl hat, alleine nicht wieder auf die Füße zu kommen oder dies bei Menschen in seinem Umfeld beobachtet, sollte unbedingt einen Arzt hinzuziehen oder sich anderweitig Hilfe holen.

Merke!

Fühlen Sie sich nicht nur müde und antriebslos, sondern regelrecht niedergeschlagen und deprimiert, könnten Sie unter einer Frühjahrsdepression leiden. Verstärken sich diese Symptome, sollten Sie einen Arzt aufsuchen oder sich jemandem anvertrauen.

Was können wir tun, um wieder munter zu werden?

Wenn Sie die klassische Frühjahrsmüdigkeit erwischt hat, müssen Sie nicht tage- oder wochenlang durchhängen. Hier ein paar Tipps, um wieder munter zu werden:

  • Wechselduschen: Am Morgen bringen Sie so Ihren Kreislauf in Schwung. Duschen Sie sich abwechselnd warm und kalt ab. Beginnen Sie dabei bei Ihren Füßen und arbeiten sich langsam hoch.
  • Frische Luft: Lassen Sie den Frühling herein. Stellen Sie sich vor das offene Fenster und atmen tief ein und aus. Diese Dosis frische Luft sollten Sie sich mehrmals täglich gönnen.
  • Bewegung: Vor allem, wenn es draußen wieder wärmer wird, gibt es viele Aktivitäten, die Sie nutzen können, um fit zu werden. Ob Fahrradfahren, spazieren gehen oder joggen – tun Sie, was Ihnen Spaß macht. Bewegung steigert die Durchblutung und macht wach.
  • Viel trinken: Bei Frühjahrsmüdigkeit umso wichtiger. Trinken Sie über den Tag verteilt 1,5 bis 2 Liter Wasser. Ein Spritzer Zitrone macht zusätzlich munter.
  • Leichte Kost: Der Winter ist vorbei und damit können Sie Braten, Klöße und Co. von Ihrem Speiseplan streichen. Schweres Essen macht müde und träge. Setzen Sie auf leichte und frische Gerichte – etwa ein Stück Fisch mit gedünstetem Gemüse oder Salat.

Wissen zum Mitnehmen

Die Frühjahrsmüdigkeit ist ein Phänomen, das die meisten von uns kennen. Sie sind müde, fühlen sich abgeschlagen und träge und bei einigen kommen auch Kreislaufprobleme hinzu. Diese Symptome treten in der Regel von Anfang März bis Mitte April auf.

Der Grund dafür ist der Wetterumschwung. Während sich der Körper auf die warmen Temperaturen umstellt, weiten sich die Blutgefäße. Der Blutdruck sackt ab und wir werden müde und schlapp. Zusätzlich sorgt der Vitamin-D-Mangel, der die meisten Menschen nach der dunklen Jahreszeit betrifft, dafür, dass wir leicht reizbar und nervös sind. Kommen Symptome wie Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit hinzu, die sich auch nach einigen Wochen nicht bessern, könnte es sein, dass Sie auf eine Frühjahrsdepression zusteuern. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Um wieder munter zu werden, hilft alles, was die Durchblutung anregt, Spaß macht und an der frischen Luft stattfindet. Sie werden sehen, nach kurzer Zeit ist die Frühjahrsmüdigkeit vorbei und Sie können die neue Jahreszeit in vollen Zügen genießen.

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