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Die Getränkeprüferin

Welcher Verschluss ist für Wein der Beste?

Von Nicole Oschwald
Aktualisiert am 22. Mär. 2018
Weinverschluss

Viele Weinliebhaber möchten nicht auf den traditionellen Korken verzichten. Für sie gehört es einfach dazu, mit stilvoller Geste und einem sanften "Plopp" die Flasche zu öffnen. Inzwischen gibt es aber zahlreiche Alternativen zum guten alten Kork – vom einfachen Stopfen aus Kunststoff über den praktischen Schraubdeckel oder dem edlen Vino-Lok aus Glas. Doch welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Verschlüsse?

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Für Jahrhunderte war Kork der gängige Verschluss für Weinflaschen. Das Naturprodukt wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, die dafür nur alle neun bis zwölf Jahre „geerntet“ werden kann. Der Naturkorken hat viele Vorteile: Er ist geschmacksneutral, elastisch, hält lange dicht, ist aber auch teilweise luftdurchlässig. Die dosierte Sauerstoffzufuhr wirkt sich dabei vor allem bei Rotweinen positiv auf die Reifung aus.

Korkgeschmack verdirbt die Lust

In den letzten Jahren hat der Korken als Weinverschluss allerdings Konkurrenz bekommen. Das liegt neben seinem hohen Preis vor allem daran, dass er als Naturprodukt immer wieder Qualitätsschwankungen unterworfen ist. Größtes Problem ist der sogenannte Korkschmecker. Hierbei verursacht der Korken ein Fehlaroma, das den Geruch und den Geschmack des Weines verdirbt. Die Gründe dafür sind noch nicht komplett erforscht.

Im Verdacht stehen vor allem Mikroorganismen, die nach dem Schälen der Korkeichen in die Poren der Platten eindringen. Dort produzieren sie Substanzen, die bei der anschließenden Sterilisation der Korken geschmacksaktiv werden. Eine Substanz, die für den Korkgeschmack verantwortlich ist, nennt sich zum Beispiel Trichloranisol. TCA hat einen intensiv schimmlig-muffigen Geruch und ist selbst in sehr geringen Konzentrationen wahrnehmbar.

Und er lässt sich im Labor nachweisen! Dadurch ist es im Laufe der Jahre gelungen, die Verunreinigung des Korks deutlich zu reduzieren. So werden vor der Verarbeitung des Korks Stichproben der Rohwaren genommen und mithilfe der Gaschromatographie auf TCA geprüft. Wenn erhöhte Werte vorliegen, werden die betroffenen Chargen aus der Produktion genommen und kommen so gar nicht erst mit dem Wein in Berührung.

Kein Verschluss ist perfekt

Auf dem Markt sind mittlerweile viele verschiedene Weinverschlüsse zu finden. Doch die perfekte Lösung gibt es nicht. An erster Stelle ist beispielsweise der Kunststoffstopfen zu nennen. Er sieht aus wie ein Naturkorken, ist aber aus Polyethylen hergestellt oder einer Gummimischung. Hier fehlen allerdings noch die Erfahrungen, wie die Kunststoffmischungen über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg mit dem Wein reagieren.

Beim preisgünstigen Presskorken werden Granulat oder Korkpartikel mit einem Klebstoff zusammengehalten und in Form eines Stopfens gepresst. Doch auch bei diesen Verschlüssen können Weinfehler durch den Kork oder das Bindemittel auftreten. Der Schraubverschluss hat hingegen beim Verbraucher noch ein schlechtes Image, da er bislang eher für einfache Trinkweine eingesetzt wurde.

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Dabei ist er leicht zu öffnen, wiederverschließbar und lässt keinen Sauerstoff durch, was für fruchtige Weißweine ein Vorteil ist. Und dazu kommen noch einige ungewöhnliche Varianten wie beispielsweise der Kronkorken, der insbesondere in Österreich bereits Verwendung findet.

Oder aber der edle Vino-Lok. Hierbei handelt es sich um einen Glasstopfen, der dank Kunststoffdichtung für einen sehr guten Verschluss sorgt. Welche Verschlussarten sich langfristig durchsetzen, bleibt abzuwarten – zumal bei der Auswahl von Verschlüssen künftig neben den Materialeigenschaften auch Fragen der Nachhaltigkeit immer wichtiger werden. Wie groß ist der Energieverbrauch bei der Herstellung? Wie sieht die Klimabilanz aus? Und kann man das Material wieder recyceln?


Über den Autorin dieses Beitrags

Nicole Oschwald ist staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin und Leiterin der Kundenbetreuung am Freiburger Standort von SGS Institut Fresenius. Das dortige Labor ist Kompetenzzentrum für die Analyse von alkoholhaltigen und alkoholfreien Getränken, Fleisch- und Wurstwaren und Tierarzneimittelrückständen. Eine weitere Spezialität des Standorts ist die Aromaanalyse, die für die Getränke- und Lebensmittelindustrie eine große Rolle spielt. Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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