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Die wichtigsten Früherkennungsuntersuchungen

Von Marieke Dammann und Katharina Borgerding
Aktualisiert am 07. Feb. 2019
Vorsorgeuntersuchungen

Wir werden immer älter – ob wir dabei aber auch fit und gesund bleiben, hängt vor allem von unserem Lebenswandel ab. Wer vorsorgen möchte, kann zahlreiche Früherkennungsuntersuchungen durchführen lassen. Doch welche Checks sind wirklich wichtig?

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Inhaltsverzeichnis
  1. U-Untersuchungen
  2. Standard- und Auffrischimpfungen
  3. Medizinische Zahnvorsorge
  4. Gesundheits-Check-up
  5. Hautkrebs-Screening
  6. Darmkrebs - wichtige Früherkennungsuntersuchungen
  7. Früherkennungsuntersuchungen nur für Frauen
  8. Früherkennungsuntersuchungen nur für Männer
  9. Wissen zum Mitnehmen

Nach einem langen und gesunden Leben strebt jeder. Doch nur wenige Menschen gehen zu Früherkennungsuntersuchungen: So nutzen nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gerade einmal 23 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und 22 Prozent der Männer das Angebot des sogenannten Gesundheits-Check-ups, einer Untersuchung zur Früherkennung von Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Das deutsche Vorsorgeprogramm ist vorbildlich. Neben Impfungen und Check-ups werden verschiedene Krebs-Screenings empfohlen. Welche Früherkennungsuntersuchungen es gibt, lesen Sie im Überblick:

U-Untersuchungen

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist Vorsorge ein wichtiges Thema. Denn für viele Krankheiten und Verhaltensweisen, die die spätere Gesundheit beeinflussen, wird bereits im Kindesalter der Grundstein gelegt. Gerade in den ersten Lebensjahren machen Kinder große Entwicklungsschritte.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass bei den Untersuchungen der allgemeine Gesundheitszustand und auch die für das jeweilige Alter angemessene Entwicklung des Kindes in regelmäßigen Abständen vom Arzt überprüft wird, sodass möglicherweise auftretende Probleme oder auffällige Anzeichen erkannt werden können. Denn je eher eingeschritten wird, desto größer sind die Heilungschancen (1).

Dafür sind die sogenannten U-Untersuchungen da. Mit ihrer Hilfe lassen sich Erkrankungen sowie eine gestörte Entwicklung (geistig, sozial und körperlich) schon früh erkennen, sodass man rechtzeitig mit einer entsprechenden Behandlung beginnen kann.

Merke!

Bei den U-Untersuchungen wird der Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen überprüft, um gegebenenfalls auftretende Krankheiten oder Verhaltensweisen rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Standard- und Auffrischimpfungen

Ob Säugling oder Senior: Impfungen sind wichtig! Sie sorgen dafür, dass es gar nicht erst zu einer Erkrankung kommt. Zudem haben sie eine weitere Funktion: Wenn genügend Menschen geimpft sind, schützt das die Allgemeinheit und verhindert Epidemien.

Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche gibt es bestimmte Standardimpfungen, die von hohem Wert für den Gesundheitsschutz des Einzelnen, aber auch für die Allgemeinheit sind. Für die einzelnen Impfungen gibt es empfohlene Impftermine (2).

Unterschieden wird zudem zwischen Standard- und Auffrischungsimpfungen. Bei der Standardimpfung handelt es sich um den grundlegenden Schutz vor einer bestimmten Krankheit. Da aber der Schutz bei einigen Impfungen nicht ein Leben lang hält, muss bei bestimmten Wirkstoffen eine Auffrischungsimpfung im Vorschul-, im Jugend- oder auch im Erwachsenenalter vorgenommen werden.

Des Weiteren gibt es sogenannte Indikationsimpfungen, die durchgeführt werden, wenn bei einzelnen Personen eine erhöhte Ansteckungs- oder Erkrankungsgefahr vorliegt. Welche Impfungen sinnvoll sind, können Sie in diesem Live-Smarter-Artikel nachlesen.

Wenn Sie mehr über Schutzimpfungen erfahren möchten, können Sie sich jederzeit auf der Seite der Ständigen Impfkommission (STIKO) über die aktuellen Empfehlungen informieren. 

Merke!

Um die Ansteckungsgefahr bei bestimmten Krankheiten zu vermeiden und die Allgemeinheit zu schützen, sind Standard- und Auffrischungsimpfungen von klein auf wichtig.

Medizinische Zahnvorsorge

Wer regelmäßig zur Zahnvorsorge geht, trägt dazu bei, dass die Zähne bis ins hohe Alter gesund bleiben. Neben der Zahnvorsorge sind aber auch eine angemessene Zahnpflege und eine zahngesunde Ernährung wichtig, um die Zähne gesund zu halten (3).

Für die medizinische Zahnvorsorge gibt es keine Altersbegrenzung. Bei der optimalerweise halbjährlich stattfindenden Untersuchung wird die Mundhöhle genau inspiziert, um Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten festzustellen.

Und diese Art der Vorsorge zahlt sich nicht nur für die Gesundheit aus, sondern auch für den persönlichen Geldbeutel. Wie hoch Ihr Zuschuss für die Zahnbehandlung ist, erfragen Sie am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse.

Merke!

Eine regelmäßige Zahnvorsorge, angemessene Zahnpflege und eine zahngesunde Ernährung tragen dazu bei, dass die Zähne gesund bleiben.

Gesundheits-Check-up

Ab einem Alter von 35 Jahren kann jeder diese Gesundheitsuntersuchung in Anspruch nehmen – und zwar alle zwei Jahre. Der Check-up soll helfen, besonders Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) rechtzeitig zu erkennen oder sogar zu vermeiden.

Dafür wird eine Anamnese anhand von Fragen nach Beschwerden vorgenommen. Zum Check-Up gehört außerdem eine körperliche Untersuchung inklusive Blutdruckmessung und auch das Blut und der Urin werden unter die Lupe genommen. Diese Körperflüssigkeiten und die in ihnen enthaltenen Stoffe (zum Beispiel Cholesterin, Glucose oder rote und weiße Blutkörperchen) können Aufschluss über den individuellen Gesundheitszustand geben.

Mithilfe der Untersuchungsergebnisse können Ärztinnen und Ärzte dann eine Beratung über das Ergebnis vornehmen, nach Bedarf individuelle Maßnahmen vorschlagen, welche in Form einer schriftlichen ärztlichen Bescheinigung ausgestellt wird.

Merke!

Alle zwei Jahre können Sie ab einem Alter von 35 Jahren ein Gesundheits-Check-up mit Anamnese und körperlicher Untersuchung machen lassen, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung erfolgt durch eine Anamnese und körperliche Untersuchung inklusive Urin- und Blutprobe.

Hautkrebs-Screening

Hautkrebs ist die am häufigsten auftretende Krebserkrankung weltweit. Umso wichtiger ist, regelmäßig seine Haut untersuchen zu lassen, um erste Anzeichen von Hautkrebs (zum Beispiel Hautveränderungen) sofort zu erkennen. Ziel ist es also, schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) und auch hellen Hautkrebs (Basalzell- und Plattenepithelkarzinom) im besten Fall bereits im Frühstadium zu erkennen (4).

Der Arzt erfragt zunächst in Form der Anamnese die Krankheitsgeschichte und untersucht im Anschluss die Haut am gesamten Körper auf auffällige Stellen. Liegt ein Verdacht vor, wird eine Gewebeprobe für die Diagnose entnommen (5).

Man unterscheidet bei Hautkrebs in drei häufige Formen: Das Basaliom (Basalzellkarzinom), das Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) und das Melanom (schwarzer Hautkrebs). Die Unterscheidung erfolgt danach, aus welchen Hautzellen sich der Tumor bildet:

  • Basaliom ist die häufigste, aber auch ungefährlichste Form von Hautkrebs und wird auch „heller Hautkrebs“ oder „weißer Hautkrebs“ genannt. Die Erscheinungsformen sind vielfältig. Oft sind es unauffällige Veränderungen der Haut. Es bilden sich hautfarbene Knötchen mit glänzender Oberfläche, schuppige Stellen, wie kleine Wunde oder Narben, oder auch andere langsam wachsende, schuppende Rötungen.
  • Spinaliom ist die zweithäufigste Form von Hautkrebs und ist ebenfalls eine Form des hellen Hautkrebs. Es entwickelt sich durch langjährige Schädigung der Hautzellen – insbesondere durch UV-Strahlung. Das Plattenepithelkarzinom zeigt sich meist als schuppiger Knoten, welcher kontinuierlich wächst und zum Bluten neigt. Es sind vorrangig Körperstellen betroffen, die intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

  • Melanom ist die seltenste, aber auch die gefährlichste Form von Hautkrebs und wird auch schwarzer Hautkrebs genannt. Es entsteht in den pigmentbildenden Hautzellen, den Melanozyten und weist meist dunkle Färbungen auf. Wird das Melanom zu spät entdeckt und nicht entfernt, können Melanomzellen in Lymphknoten und Organe streuen und dort lebensgefährliche Ableger bilden.

Merke!

Die regelmäßige Untersuchung der Haut ist wichtig, um Hautkrebs im besten Fall im frühen Stadium zu erkennen. So ist die Behandlung besonders erfolgsversprechend und schonend.

Darmkrebs - wichtige Früherkennungsuntersuchungen

Ab einem Alter von 50 Jahren sollten regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung wahrgenommen werden. Unter der Darmkrebsfrüherkennung werden unterschiedliche Untersuchungen verstanden, mit denen Darmkrebs möglichst früh diagnostiziert werden kann. Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebstodesursache (6).

Die Untersuchungen beinhalten vor allem den Schnelltest für die jährliche Analyse auf nicht sichtbares Blut im Stuhl. Mit 55 Jahren empfiehlt es sich zudem, eine Darmspiegelung, die sogenannte Koloskopie, vorzunehmen. Bei der Koloskopie untersucht der Arzt das Innere des gesamten Dickdarms mit einem Endoskop. Dies ermöglicht, dass auch frühe Vorstadien eines möglichen Dickdarmkrebses erkannt und sofort entfernt werden können.

Verläuft diese Untersuchung ohne Befund, braucht man die Spiegelung erst nach zehn Jahren zu wiederholen.

Merke!

Eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung ab 50 Jahren ist wichtig, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen.

Früherkennungsuntersuchungen nur für Frauen

Genital- und Brustuntersuchung:

Kern der gynäkologischen Krebsfrüherkennung ist der PAP-Abstrich, mit dessen Hilfe Zellveränderungen am Gebärmutterhals erkannt werden können. Der PAP-Test dient demnach zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Beim Abstrich wird in fünf Befundgruppen (I bis V) unterschieden. Dafür macht der Arzt einen Abstrich der Schleimhaut von Muttermund und Gebärmutterhalskanal. Im Labor können dann veränderte Zellen erkannt werden. Ab einem Alter von 30 Jahren werden zusätzlich die Brust und die Lymphknoten abgetastet.

Mammographie-Screening:

Die Mammografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs. Ab 50 Jahren (bis zu einem Alter von 69 Jahren) hat jede Frau einen Anspruch, sich alle zwei Jahre im Rahmen eines Mammographie-Screenings untersuchen zu lassen. Bei der Untersuchung werden die Brüste geröntgt. Sollte sich aus diesen Aufnahmen der Verdacht auf eine Krebserkrankung ergeben, erfolgen zur Abklärung weitere Untersuchungen.

Merke!

Ab einem Alter von 20 Jahren findet jährlich eine Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs und ab 30 Jahren auf Brustkrebs statt. Ab 50 Jahren können Frauen alle zwei Jahre bis zum Alter von 69 Jahren ein Mammographie-Screening in Anspruch nehmen.

Früherkennungsuntersuchungen nur für Männer

Prostatauntersuchung:

Der Arzt untersucht bei Männern ab dem 45. Lebensjahr jährlich die Prostata und äußeren Genitalorgane sowie die Lymphknoten in der Region durch Abtasten.

Achtung: Auch bei jungen Männern zwischen 20 und 35 Jahren können sich Hodentumore entwickeln. Die jährliche Zahl der Neuerkrankungen beträgt etwa sieben pro 100.000 männlichen Einwohnern. Daher ist es ratsam, dass sich Männer ab dem 18. Lebensjahr einmal im Monat selbst untersuchen: Verhärtungen, Knoten, Vergrößerungen oder Verkleinerungen und ausgeprägte Druckunempfindlichkeit der Hoden sind Gründe, einen Arzt aufzusuchen.

Merke!

Ab einem Alter von 45 Jahren können Männer jährlich eine Prostatauntersuchung in Anspruch nehmen.

Wissen zum Mitnehmen

Je nach Alter und Geschlecht sollten beziehungsweise können verschiedene Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch genommen werden – vom Hautkrebs-Screening und Impfungen über ein allgemeines Check-Up bis hin zur Prostatauntersuchung. Einige Untersuchungen sind allgemeiner gehalten, andere wiederum nur für Männer oder Frauen. 

Regelmäßige Untersuchungen sind wichtig, da so viele Krankheiten bereits früh erkannt werden können, die Chance auf eine vollständige Genesung wahrscheinlicher und die Behandlung meist schonender ist.

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