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Sophia Thiel

Soll man sich beim Essen nach dem glykämischen Index (GI) richten?

Nein, das wäre zu kompliziert. Der glykämische Index, modisch abgekürzt auch Glyx genannt, ist ein Maß für die Blutzuckererhöhung, die durch ein Nahrungsmittel ausgelöst wird. Im Alltag erweist sich dieser Wert als wenig hilfreich. Niemand kann ihn genau kalkulieren, weil jeder Mensch auf die Kohlenhydrate aus dem Essen etwas anders reagiert.

Bei dem einen schießt der Blutzuckerspiegel nach einem zucker- oder stärkereichen Essen weit nach oben, bei anderen erhöht er sich weniger stark. Trotzdem gibt es allgemeine Regeln. Reiner Traubenzucker, Weißbrot oder Salzkartoffeln lassen den Blutzuckerspiegel besonders rasch ansteigen. Gibt man Fett hinzu, wird der Effekt geringer. Auch Ballaststoffe senken den glykämischen Index, weil sie die Verdauung verzögern. In den offiziellen Ernährungsempfehlungen anerkannter deutscher Institutionen ist der GI deshalb nicht enthalten, aber die Fachleute berücksichtigen ihn indirekt durch ihre Empfehlung, viele Vollkornprodukte und wenig Zucker und Süßigkeiten zu essen. Das Gleiche gilt für amerikanische oder europäische Autoritäten. Sie empfehlen, statt auf den glykämischen Index zu achten, eine ballaststoffreiche Kost, die den Blutzucker ebenfalls entlastet.

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