Die Getränkeprüferin

Nicht nur im Winter: Tee ist gefragt

Von Nicole Oschwald
Aktualisiert am 23. Sep. 2020
Tee

Den größten Teeproduzenten wird so schnell nicht langweilig, denn Tee ist beliebt. Doch was ist Tee eigentlich und wer ist Weltmeister im Teetrinken?

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Inhaltsverzeichnis

  1. Nicht nur im Winter: Tee ist gefragt
  2. Was ist Tee eigentlich?
  3. Kräutertee ist kein echter Tee

Die Deutschen lieben ihren Tee – vor allem an kalten Wintertagen. Jeder trinkt durchschnittlich 27,5 Liter Schwarzen und Grünen Tee im Jahr. Weltmeister sind allerdings die Ostfriesen. Die Norddeutschen schlürfen pro Einwohner und Jahr unglaubliche 300 Liter und liegen damit sogar weit vor den Briten.

Im Jahr 2017 wurden weltweit fast 5,7 Millionen Tonnen Tee produziert. Das ist ein neuer Rekord. Die weltweit größten Teeproduzenten sind China, Indien, Kenia, Sri Lanka und Indonesien. Wichtigster Lieferant für Deutschland ist Indien, geht aus aktuellen Zahlen des Deutschen Teeverbands hervor. Die beliebtesten Sorten bleiben Schwarzer Tee und Grüner Tee.

Was ist Tee eigentlich?

Tee im eigentlichen Sinne stammt ausschließlich aus den Blättern, Blattknospen und zarten Stielen des Teestrauchs Camellia sinensis. Er wird bis zu sechs Meter hoch und wächst in tropischen und subtropischen Regionen. Nach der Ernte entscheidet sich, ob aus den Teeblättern schwarzer, grüner, weißer oder Oolong-Tee entsteht. Es kommt auf die Fermentation, also die natürliche Gärung an.

So wird beim Schwarzen Tee die Fermentation komplett durchgeführt. Beim Grünen Tee bleiben die Blätter grün, weil man die Gärung verhindert. Weißer Tee ist unfermentiert und wird aus einer besonderen Blattauswahl hergestellt. Beim Oolong-Tee wird die Fermentation nach einer bestimmten Zeit abgebrochen.

Viele Teesorten kommen aus einem bestimmten Anbaugebiet, was am Namen ersichtlich ist. So wird Darjeeling am Himalaya in Nordindien angebaut und hat einen lieblichen bis blumigen Geschmack, während Ceylon aus dem heutigen Sri Lanka stammt. Häufig sind Tees Mischungen aus verschiedenen Sorten und Ernten, um Qualitätsschwankungen auszugleichen und den Geschmack gleich zu halten. Das Produkt muss dann auch entsprechend gekennzeichnet sein. Bekannt sind beispielsweise die Ostfriesische Mischung oder English Breakfast.

Kräutertee ist kein echter Tee

Bei Kräuter- und Früchtetees handelt es sich nicht um echten Tee, sondern um sogenannte teeähnliche Erzeugnisse. Sie stammen nicht vom Teestrauch, werden aber ähnlich zubereitet. Im Trend liegen traditionelle Sorten wie Pfefferminze, Kamille und Fenchel, aber auch Ingwer und Kurkuma. Passend zur Jahreszeit greifen auch viele zu sogenannten Wintertees, die mit Gewürzen wie Zimt, Nelke oder Kardamom aromatisiert sind.


Über die Autorin dieses Beitrags
 

Nicole Oschwald ist staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin und Leiterin der Kundenbetreuung am Freiburger Standort von SGS Institut Fresenius. Das dortige Labor ist Kompetenzzentrum für die Analyse von alkoholhaltigen und alkoholfreien Getränken, Fleisch- und Wurstwaren und Tierarzneimittelrückständen. Eine weitere Spezialität des Standorts ist die Aromaanalyse, die für die Getränke- und Lebensmittelindustrie eine große Rolle spielt. Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.  

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