Ernährung bei Diabetes Typ 2

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes Typ 2 trifft etwa jeden elften Erwachsen. Dies ist viel! Die gute Nachricht ist jedoch, dass Sie mit der richtigen Ernährung den Blutzucker wieder senken können. Wie dies geht, erfahren Sie bei EAT SMARTER.

Inhaltsverzeichnis

  1. Essen bei Diabetes Typ 2
  2. Was genau ist Diabetes Typ 2?
  3. Was kann man bei Diabetes Typ 2 mit einer smarten Ernährung erreichen?
  4. Wie sollte ich mich bei Typ-2-Diabetes ernähren?
  5. Besonders gute Lebensmittel
  6. Besonders schlechte Lebensmittel

Essen bei Diabetes Typ 2

Bei der Stoffwechselerkrankung Typ-2-Diabetes ist die Aufnahme von Glukose (Zucker) aus dem Blut in die Zellen gestört. Die Folge ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel, der ein hohes Risiko für Schädigungen der Blutgefäße birgt. 

Was genau ist Diabetes Typ 2?

Bei Gesunden bildet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin, welches über die Nahrung aufgenommene Glukose vom Blut in die Zellen befördert. Bei beginnendem Diabetes reagieren die Zellen immer weniger auf Insulin – Mediziner sprechen von einer Insulinresistenz. Die Folge ist, dass die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin produziert, bis sie irgendwann erschöpft ist und es zu einem Insulinmangel kommt. Der daraus resultierende erhöhte Blutzuckerspiegel ist schädlich für die Gefäße. Mögliche Folgen können unter anderem ein Herzinfarkt, Schlaganfall, Probleme mit den Nieren oder Augen, und ein Diabetikerfuß sein.

Was kann man bei Diabetes Typ 2 mit einer smarten Ernährung erreichen?

Die Ernährungstherapie ist bei Diabetes Typ 2 von großer Bedeutung, denn durch einen gesunden Lebensstil kann die Insulinresistenz und somit auch der Diabetes an sich rückgängig gemacht werden. Ziel der Therapie ist ein normaler Blutzuckerspiegel (Nüchternblutzucker < 110 mg/dl, HbA1C < 6,5 %), eine Gewichtsreduktion, Vermeidung bzw. das Reduzieren von Medikamenten und insgesamt eine verbesserte Lebensqualität.

Wie sollte ich mich bei Typ-2-Diabetes ernähren?

Ein möglicher Ansatz bei Diabetes ist die LOGI-Methode, die für Low Glycemic and Insulinemic (niedriger Blutzucker- und Insulinspiegel) steht. Im Alltag bedeutet dies, dass Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel stark beeinflussen, gemieden werden sollen. Umsetzen lässt sich das mit einer gemäßigten Low-Carb-Ernährung, sprich die Kohlenhydratzufuhr soll reduziert werden und insbesondere Weißmehlprodukte und Zucker wie Nudeln, Toastbrot oder Kuchen sollen möglichst selten gegessen werden. Zudem werden Lebensmittel mit gefäßschützender Wirkung bevorzugt, wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren. Auch soll mit reichlich Gemüse und Vollkornprodukten der Ballaststoffanteil erhöht werden.

Besonders gute Lebensmittel

Zimt

Verfeinern Sie häufiger süße und auch herzhafte Speisen mit Zimt, denn das Gewürz hat eine ausgleichende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel, indem es die Zuckeraufnahme in unseren Zellen erleichtert.

Apfelessig

Gerade zu kohlenhydratreichen Mahlzeiten empfiehlt es sich, Apfelessig zu verzehren, denn dieser kann die Insulinsensitivität verbessern. Sprich der Blutzuckerspiegel steigt trotz Kohlenhydraten nicht so stark an.

Leinsamen

Kleine Samen mit großer Wirkung: Geschrotete Leinsamen können helfen, den Blutzucker zu regulieren. Zudem punkten sie mit Omega-3-Fettsäuren, welche eine antientzündliche Wirkung haben und so unsere Gefäße schützen.

Besonders schlechte Lebensmittel

Weißmehl

Egal ob Weizen, Dinkel oder anderes Getreide – ist dieses ohne Schale gemahlen, enthält es kaum Ballaststoffe. Das Mehl wird schnell verdaut, lässt den Blutzuckerspiegel in die Höhe schießen und sättigt nur für kurze Zeit.

Softdrinks

Schnell nehmen wir durch Softdrinks viele Kalorien ohne Vitalstoffe zu uns. Der Blutzuckerspiegel steigt direkt an und fällt genauso schnell wieder ab. Für Diabetiker daher eher weniger geeignet. 

Fertigprodukte

Hier wissen Sie nicht, was genau enthalten ist. Häufig stecken in diese Produkte ungesunde Fett und viel “leere” Kohlenhydrate. Dies fördert Entzündungen und einen zu hohen Blutzucker. 

 
Diese Lebensmittel sind bei Diabetes empfehlenswert
Brot, Getreide & Beilagen
Vollkornmehl (z.B. Weizen-Vollkornmehl, Dinkel-Vollkornmehl, Roggen- Vollkornmehl), Vollkornnudeln, Konjak Nudeln, Kichererbsennudel, Linsennudel, Süßlupinenmehl, Mandelmehl, Kokosmehl, Sojamehl, Leinsamenmehl, Kürbiskernmehl, Haferflocken, Vollkorn-Getreideflocken, Müsli ohne Zuckerzusatz, Amaranth, Vollkornreis, Graupen, Quinoa, Low-Carb-Brot, Low-Carb-Brötchen, Linsenmehlfladen (Papadam)
Gemüse (mindesten 3 Portion/Tag)
alle Salatsorten (z.B. Chicorée, Kopfsalat, Feldsalat, Romana, Rucola, Lollo Rosso, Endivie, Eisberg, Eichblatt, Löwenzahn, Portulak, Ampfer), Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Sojabohnen, Bohnen, Kidneybohnen, Weiße Bohnen, Kichererbse), Gemüse frisch oder TK (z.B. Paprika, Blumenkohl, Brokkoli, Zucchini, Radieschen, Rettich, Möhren, Rote Bete, Sellerie, Pak Choi, Salatgurke, Tomaten, Spinat, Zwiebel, Knoblauch, Kohlrabi, Lauch, Spargel, Aubergine, Grünkohl, Mangold, Steckrübe, Romanessco, Rotkohl, Weißkohl, Spitzkohl, Wirsing, Mairübe, Weiße Rübe, Artischocke, Kürbis, Meerrettich, Wasabi, Pastinake, Topinambur, Schalotte, Bärlauch, Frühlingszwiebel), Pilze (z.B. Champignons, Steinpilze, Shiitake, Austernpilze, Pfifferlinge, Morcheln, Trüffel)
Obst (1–2 Portion/Tag)
Apfel, Aprikose, Beeren (z. B. Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren), Zitrusfrüchte (z.B. Zitrone, Orange, Limette), Pfirsich, Pflaume, Zwetschge, Wassermelone, Sauerkirschen , Kiwi
Nüsse, Kerne & Samen
Walnuss, Leinsamen, Sonnenblumenkern, Chiasamen, Hanfsamen, Flohsamen(schalen), Mandeln, Mohn, Pinienkerne, Kürbiskerne, Pistazien, Haselnuss, Cashewkerne
Eier, Milch & Milchprodukte
Eier (ca. 5 pro Woche), Omelette, Buttermilch, Kochsahne, Milch, Naturjoghurt, Quark (bis 20 %), saure Sahne, Käse bis 45 % Fett i. Tr. (z.B. Feta, Bergkäse, Camembert, Edamer, Harzerkäse, Maasdamer, Mozzarella, Parmesan, Tilsiter, Ricotta) körniger Frischkäse, pflanzliche Milchalternativen (Haferdrink, Sojadrink, Mandeldrink, Hanfdrink)
Fleisch & Wurst
Huhn, Pute, Putenbrustaufschnitt, Aspik, Corned Beef, Kassler, Koch- und Lachsschinken, Hase
Fisch & Meeresfrüchte
naturbelassener Fisch; frisch oder TK (z.B. Aal, Forelle, Heilbutt, Kabeljau/ Dorsch, Lachs, Makrele, Scholle, Seezunge, Thunfisch, Zander, Hering, Seelachs, Wolfsbarsch, Kapfen, Fischrogen, Kaviar, Barsch, Waller/ Wels, Seezunge, Steinbeißer, Stör, Seewolf, Seeteufel, Saibling, Hecht, Sardine, Rochen, Plattfisch, Pangasius, Barbe) Meeresfrüchte (z.B. Garnelen, Hummer, Krabben, Shrimps , Muscheln wie Miesmuschel)
Fette & Öle
pflanzliche Öle mit hohem Omega 3 Gehalt (z.B. Olivenöl, Rapsöl, Leinöl, Walnussöl, Traubenkernöl, Kürbiskernöl, Weizenkeimöl, Hanföl)
Getränke
Wasser, ungesüßter Tee (z.B. Früchte-, Kräuter-, Roobostee), schwarzer Kaffee
Aufstriche
Nussmus (ohne Zucker, ohne zusätzliches Fett; z.B. Erdnussmus), Hummus, Guacamole
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Essig (Apfelessig), frische Kräuter (z.B. Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Salbei), Pfeffer, Ingwer, Curry, Senf, Zimt, Vanille, Kreuzkümmel, Nelken, Kurkuma, Bockshornklee
Fertigprodukte
Tiefgekühlte Gemüsemischungen ohne Zuckerzusatz
Süße & salzige Snacks
Nüsse und Samen

 
Diese Lebensmittel sind bei Diabetes nicht empfehlenswert
Brot, Getreide & Beilagen
Weißmehl, Gebäck (z.B. Keks, Kuchen, Milchbrötchen), Weißmehlbrot, Mischbrot, Laugengebäck (Brezel, Laugenbrötchen), Toast, Brötchen (z.B. Roggenbrötchen, Dinkelbrötchen, Mehrkornbrötchen), Bagel, Panini, Burgerbrötchen, Hot Dog Brötchen, Tortilla, Wraps, Maisfladen, Lamacun-Teigfladen, Zwieback, geschälter Reis, Pommes, Kartoffelprodukte, Cornflakes, gesüßtes Müsli, Nudeln (z.B. Pasta, gefüllte Nudel wie Maultaschen, Penne, Spaghetti, Makkaroni)
Gemüse
Mais, Süßkartoffel
Obst
gezuckerte Konserven, Obstmus, kandierte Früchte, Trockenobst, Smoothies (Fertigprodukt)
Nüsse, Kerne & Samen
Nüsse im Teigmantel (z.B. Wasabinüsse), Nüsse mit Schokoladenglasur
Eier, Milch & Milchprodukte
Fruchtbuttermilch, Joghurtprodukte (z.B. Fruchtjoghurt, Joghurtdrink), Pudding, Kakao mit Zucker, Frischkäsezubereitungen
Fleisch & Wurst
Schweinefleisch, geräuchertes und gepökeltes Fleisch (z.B. Salami, Schinken),paniertes Fleisch ( z.B. Schnitzel), Streichwurst, Leberkäse, Bockwurst, Bratwurst, Leberwurst, Mettwurst, Weißwurst, Schinkenspeck
Fisch & Meeresfrüchte
Fisch in Sahne oder Mayonnaise, panierter Fisch (z.B. Fischstäbchen, panierte Tintenfischringe), Fischkonserve (z.B. Hering in Tomatensauce), Surimi
Fette & Öle
Schweineschmalz, Gänseschmalz, Sonnenblumenöl, Distelöl, gehärtete Back- und Bratfette
Getränke
alkoholische Getränke (z.B. Bier, Wein, Sekt, Schnaps), gezuckerte Getränke, Fruchtsäfte, Light-Getränke, Energy-Drinks, Softdrinks, Fruchtnektar, Fruchtsaftgetränke, Limonaden
Aufstriche
Marmelade, Nuss-Nougat-Creme, Schmalz, Erdnussbutter, Sandwich-Creme
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Ketchup, Grillsaucen, Balsamicocreme
Fertigprodukte
Fertig Suppen und Saucen, Feinkostsalate, Fast Food ,Mayonnaise, Rotkohl im Glas, TK-Pizza, fertige Salatsaucen
Süße & salzige Snacks
Süßigkeiten (z.B. Schokolade, Riegel, Gummitiere), Salzgebäck, Nachso, Tacos, Chips, Flips
Süßungsmittel
Zucker, Obstdicksaft (z.B. Apfeldicksaft), Ahornsirup, Rübensirup, Reissirup, Kandis, Vanillezucker, Puderzucker

 
Diese Lebensmittel sind bei Diabetes in Maßen geeignet
Brot, Getreide & Beilagen
Vollkornbrot, Vollkornbrötchen (z.B. Weizen-Vollkornbrötchen, Dinkel-Vollkornbrötchen, Roggen-Vollkornbrötchen), Vollkorn-Bagel, Vollkorntoastbrot, Pumpernickel, Haferkleie, Buchweizenflocken, Getreide (z.B. Gerste, Dinkel, Roggen, Emmer), Kartoffel
Gemüse
Gemüsekonserven (z.B. Kidneybohnen, Erbsen)
Obst
Banane, Kaki, Weintraube, Ananas, Mango, Honigmelone, Birne, Mirabelle, Nektarine, Mango, Maracuja, Süßkirsche, Feige
Nüsse, Kerne & Samen
Erdnüsse, Maronen, Macadamianuss, Kokosnuss, Paranuss, Pekannuss
Eier, Milch & Milchprodukte
Sahnequark (40 % Fettgehalt), Creme fraîche, Schlagsahne, Schmand, Käse über 45 % Fett i. Tr. (z.B. Brie, Butterkäse, Camembert, Cheddar, Gorgonzola, Gouda), Frischkäse
Fleisch & Wurst
Rinderfilets, Schweinefilet, Schweinerücken, Lammfilet, Wild, Rinderhackleisch, Karree, Keule, Lende, Rippchen
Fisch & Meeresfrüchte
Matjes (echten Matjes), Thunfisch in Öl (Konserve), geräucherter Fisch (z.B. geräucherter Aal), Stremllachs, Schillerlocke, Ölsardine, Salzhering
Fette & Öle
Butter, Butterschmalz, Kokosöl, Sojaöl, Sesamöl
Getränke
Gemüsesaft, Fruchtsaftschorle (Mischung 1 zu 3)
Aufstriche
pflanzliche Brotaufstriche ohne Zuckerzusatz (z.B. Tomatenaufstrich), Fruchtaufstrich
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Gewürzmischungen (ohne Zuckerzusatz), Salz, Balsamicoessig, Weinessig, süßer Senf
Fertigprodukte
vollbilazierte Eiweißshakes
Süße & salzige Snacks
Zartbitterschokolade
Süßungsmittel
Rohrohrzucker, Vollrohrzucker, Honig, Xylith, Stevia, Birkenzucker, Erythrit, Sorbitpulver, Streusüße, Süßstoff