Essbare Verpackungen aus Algen

Von Alicia Meier
Aktualisiert am 15. Okt. 2019
© Pixabay/ Nichole Bohner
© Pixabay/ Nichole Bohner

Zahnstocher, Seifen, Kaffeepulver, Burger: Was diese Dinge gemeinsam haben? Sie alle sind erhältlich in geschmacksneutralen, kompostierbaren Einwegverpackungen aus Algen, die man auch noch essen kann. Erfahren Sie hier alles über das Start-up Evoware aus Indonesien.

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90 Prozent des Mülls, der in den Ozeanen schwimmt, ist aus Plastik. Jedes Plastik, das irgendwann einmal hergestellt wurde, existiert noch und wird nach und nach in Mikroplastik zersetzt. Meereslebewesen verwechseln Plastikteile mit Nahrung. 

Indonesien ist neben dem größten Lager von Plastikmüll auch der größte Produzent von Algen. Trotzdem sind Bauern, die die Algen anbauen, sehr arm und leben am Existenzminimum, da sie als erste der Produktionskette nur sehr wenig vom Kuchen abbekommen. Um diese erschreckenden Tatsachen zu ändern, hat der Indonesier David Christian "Evoware" ins Leben gerufen – ein Start-up, das aus Algen Verpackungen herstellt.

Essbare Plastiktüten?

Ziel des Start-ups ist es, weniger Plastik zu produzieren, das anschließend im Müll und letztlich im Meer landet. Zu diesem Zweck haben Christian und sein Team Verpackungen entwickelt, die man entweder direkt mitessen, mit heißem Wasser auflösen oder auf den Komposthaufen werfen kann.

So gibt es nun Instant-Kaffeepulver, Instant-Nudel-Gewürz, aber auch Zahnstocher und Seife in praktischen Einmal-Verpackungen, die man nicht einmal aufreißen muss.

Win-Win-Situation: Mit dieser neuen Verwendung für Algen soll neben der Umwelt auch den indonesischen Algenbauern geholfen werden. Durch erhöhte Nachfrage und faire Bezahlung soll ihnen beispielsweise ermöglicht werden, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Einwegbecher aus Gelee

Neben geschmack- und geruchlosen Verpackungen verkauft Evoware auch die Einwegbecher "Ello Jello". Diese bestehen aus essbarem Algen-Gelee und kommen in verschiedenen Geschmacksrichtungen von Tee bis Lychee. 

Aber Vorsicht: Da sich die Algen in heißem Wasser auflösen, sollten nur Kaltgetränke daraus getrunken werden!

Smarte Zukunftsidee?

Wiederverwendbare Glasflaschen und Metallboxen und Essen und Trinken sowie Stoffbeutel für Obst und Gemüse sind und bleiben die erste Wahl beim Einkaufen, um Einwegmüll zu vermeiden. 

Da es uns aber nicht immer möglich ist, diese Dinge dabei zu haben und weil es viele Lebensmittel auch einfach noch nicht ohne Verpackung gibt, ist diese Alternative aus Algen ein großer Schritt in die richtige Richtung.

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