Mais

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 04. Jun. 2020

Eigentlich ein Getreide, aber als Gemüse ein Dauerbrenner: Mais mögen fast alle, sogar die meisten Kinder! Gut so, denn die appetitlichen Kolben bieten viele kulinarische und gesundheitliche Vorzüge. Was alles in den gelben Körnern steckt, erfahren Sie hier!

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Mais
  2. Das sollten Sie über Mais wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
    4. Sorten
  3. Unsere liebsten Rezepte mit Mais
  4. Wie gesund ist eigentlich Mais?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Mais
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Mais
  7. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Wieso wird Mais vom Körper nicht verdaut?
    2. Sind Maiskörner weniger gesund, wenn sie nicht verdaut werden?
    3. Wie wird aus Mais Popcorn?

Infografik zu Mais

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Mais...

  • ...bietet Ballaststoffe: Mais enthält zwar nicht sensationell viele Ballaststoffe - trotzdem kann man mit einer großen 200-Gramm-Portion (circa 8 Gramm Ballaststoffe) fast ein Drittel der täglich empfohlenen Mindestmenge aufnehmen.
  • ...ist sehr nahrhaft: Aus gutem Grund schmeckt Mais sehr süß – direkt nach der Ernte enthält er sehr viel Zucker. Das Gute ist: Je länger er liegt, desto weniger süß wird er, weil sich der Zucker in nahrhafte Stärke umwandelt.
  • ...reguliert den Wasserhaushalt: Mit stolzen 300 Milligramm Kalium gehört Mais zu den Gemüsesorten, die besonders viel von diesem Mineralstoff liefern. Das ist gut für den Flüssigkeitshaushalt im Körper und übrigens auch für einen ausgeglichenen Blutdruck.
  • ...unterstützt Muskeln und Nerven: Für eine gut funktionierende Muskulatur und ein intaktes Nervensystem brauchen wir unter anderem und ganz besonders Magnesium und da kann Mais richtig punkten. Bereits in 100 Gramm Mais stecken gut 34 Prozent unseres Tagesbedarfs!
  • ...bekommt auch bei Gicht: Gut zu wissen für alle, die zu Gicht neigen: Frischer Mais hat wegen seines niedrigen Harnsäure- gehalts grünes Licht. Und sogar Mais aus der Konserve liegt mit rund 50 Milligramm Harnsäure pro 100 Gramm noch im harmlosen Bereich.
  • ...ist frei von Histamin: Wer von einer Histamin-Intoleranz betroffen ist, kann bei Mais unbesorgt zugreifen. Aber Achtung: Auch bei Mais gilt, dass er topfrisch sein muss und nicht aus der Konserve kommen darf!
  • ...liefert B-Vitamine: In Mais kommen verschiedene Vitamine der B-Gruppe vor. Dabei steht Niacin mit 1,7 Milligramm pro 100 Gramm ganz oben. Das Vitamin spielt eine wichtige Rolle für den Energiestoff- wechsel, den Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Aminosäuren und Fettsäuren. Der Tagesbedarf liegt bei 12 Milligramm (Frauen) beziehungsweise 15 Milligramm (Männer).
  • ...CO2-Bilanz: Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Mais gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.

Das sollten Sie über Mais wissen

Wer Mais als Gemüsemahlzeit einplant, liegt nur zum Teil richtig. Tatsächlich gehört Mais nämlich zu den Sommergetreiden, ist also streng genommen gar kein Gemüse. Trotzdem kommt Mais in vielen Küchen der Welt so in Topf und Pfanne. Und das schon ziemlich lange: Bereits vor rund 5000 Jahren baute man die zu den Süßgräsern zählende Pflanze systematisch an und nutzte ihre nahrhaften Eigenschaften – zuerst als Tierfutter, später auch für die Herstellung von Mehl und Grieß für Brot und Tortillas.

Bis heute sind Maismehl und Maisgrieß (Polenta) ein besonders wichtiges Produkt aus Mais, aber seit Mitte des 19. Jahrhunderts kam in Amerika auch der süße Zuckermais in Mode, den man wie Gemüse essen kann. Bis dieser Genuss auch bei uns zu haben war, vergingen allerdings noch mal rund 100 Jahre. Erst die amerikanischen Sieger brachten nach 1945 die hierzulande bis dahin unbekannten Kolben mit ins Land und die Deutschen auf den Geschmack.

Herkunft

Die Heimat der leckeren Kolbens liegt im Land der Maya und Azteken. Archäologen fanden in Mexiko die Spuren der dem heutigen Mais sehr ähnlichen Pflanzen, die aus dem Jahr 3000 vor Christus stammen. Bis heute ist Amerika das Hauptanbauland. Die USA ernten pro Jahr etwa 2,5 Millionen Tonnen Mais. Nach Europa kam der Mais erst um 1520 als kulinarisches Souvenir der spanischen Eroberer. Außer aus den USA kommen Importe vor allem aus Spanien, Italien und Südfrankreich zu uns. Hierzulande wächst fast ausschließlich Futtermais, denn für den leckeren Zuckermais ist es schlicht nicht warm genug.

Saison

Frische Maiskolben gibt es bei uns von Juli bis Ende Oktober zu kaufen. In der übrigen Zeit kann man auf tief gefrorenen Mais, Mais aus der Konserve oder in Folie verschweißte Maiskolben zurückgreifen.

Geschmack

Der natürliche Zuckergehalt in Mais sorgt für den charakteristischen süßen Geschmack.

Sorten

Für Mais gibt es die zwei Hauptkategorien: Gemüsemais beziehungsweise Zuckermais und Körnermais beziehungsweise Feldmais. Der bei uns so beliebte gelbe Mais ist nur eine von den weltweit etwa 300 bekannten Sorten. In den Anbauländern, vor allem in Südamerika, kennt man auch Maissorten mit weißen, orangefarbenen, roten, blauen oder sogar violetten bis schwarzen Körnern. Der angesagte Baby-Mais ist übrigens keine spezielle Sorte: Um das Miniformat zu bekommen, erntet man den ganz normalen Zuckermais einfach schon in einem frühen Wachstumsstadium.

Unsere liebsten Rezepte mit Mais

Hier gelangen Sie zu allen Mais-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Mais?

Aus gutem Grund gilt Mais auf der ganzen Welt seit Jahrhunderten als wichtiges Nahrungsmittel. Seine ausgewogene Zusammensetzung aus Kohlenhydraten, Fett, Eiweiß und Mineralstoffen, vor allem Calcium, Kalium, Phosphor und Eisen, sowie Vitaminen B1, B2, B3, B6 und Vitamin C versorgt den Körper mit einem ganzen Paket an wertvollen Nährstoffen. Hinzu kommt der Stärkegehalt von Mais, der ihn besonders nahrhaft macht.

Als Getreide hat Mais außerdem einen ganz entscheidenden Vorzug für alle, die das Klebereiweiß in Mehl aus herkömmlichem Getreide nicht vertragen: Er enthält kein Gluten.

Nährwerte von Mais pro 100 Gramm  
Kalorien 86
Eiweiß 3 g
Fett 1,2 g
Kohlenhydrate 15,8 g
Ballaststoffe 4 g

Einkaufs- und Küchentipps für Mais

Einkauf

Frische Maiskolben kommen grundsätzlich ohne ihre Hüllblätter in die Gemüseregale, denn nur so kann man dem Mais seine Frische auf den ersten Blick ansehen. Seine Körner sollen prall und glänzend aussehen und bis auf die an der Kolbenspitze dunkel gelb bis fast orangefarben leuchten. Den perfekten Reifezustand hat Mais, wenn beim Einritzen des Korns der milchweiße Saft austritt. Eine gute Alternative zu frischem Mais: Maiskolben aus der Tiefkühlung werden im optimalen Moment direkt nach der Ernte eingefroren. Das gleiche gilt auch für tief gefrorene Maiskörner.

Lagerung

Verbrauchen Sie frischen Mais so schnell wie möglich. Er verliert rasend schnell seinen typischen süßen Geschmack, denn schon zwei Stunden nach der Ernte haben sich bis zu 50 Prozent des Zuckers in Stärke umgewandelt und dieser Prozess geht sogar bei 0 Grad Celsius Kühlung ständig weiter. Länger als ein, zwei Tage sollten Sie Mais darum nicht im Kühlschrank aufbewahren.

Vorbereitung

Frischer Mais ist ganz unkompliziert. Sie brauchen die Kolben nur kurz abzuspülen und trocken zu tupfen. Wer nur die Körner garen möchte, schneidet nach dem Waschen einfach mit einem scharfen Messer vorsichtig am Kolben entlang, sodass sich die Körner lösen.

Wer mag, kann die leckeren Körner direkt roh vom Kolben knabbern. Sie sind so leicht verdaulich, dass selbst Empfindliche sie gut vertragen. Das Garen von Mais geht übrigens super schnell: Körner aus Glas oder Dose brauchen nur kurz erhitzt zu werden. Rohe Maiskörner sind nach etwa drei bis vier Minuten in wenig kochendem Salzwasser gar. Eine weitere Alternative sind vorgegarte Maiskolben, die man in Folie vakuumverpackt bekommt, denn sie müssen ebenfalls nur kurz erhitzt werden.

Zubereitungstipps für Mais

Maiskolben vom Grill sind immer ein Burner. Aus den Körnern können Sie auch gleich noch einen köstlichen Dip zaubern. Eine tolle Beilage sind auch diese bunten Gemüsepäckchen.

Mit den Körnern vom Mais können Sie alle möglichen Köstlichkeiten zubereiten: Sie schmecken einfach mit etwas Butter gedünstet oder mit anderem Gemüse gemixt toll als Beilage zu Fleisch oder zu Fisch, bringen Farbe und Biss in einen knackigen Salat, einen raffinierten Eintopf oder in ein knuspriges Gratin. Mais eignet sich aber ebenso gut für Suppen und Aufläufe sowie für kleine, feine Snacks die krossen Maispuffer.

Besonders gut passt Mais natürlich zu Spezialitäten aus seinem Heimatland Mexiko, wo man seine natürliche Süße gern mit scharfen Gewürzen kombiniert. Echte Klassiker sind zum Beispiel die gefüllten Tacos. Aber auch in anderen Ländern gibt es leckere Rezepte mit Mais, die einen Versuch wert sind. Aus Jamaika kommen beispielsweise so köstliche Gerichte wie die pikanten Maisküchlein oder das Rinderfilet auf Maissalat.

Weil er so schön süß schmeckt, mögen auch Kinder Mais meistens richtig gerne. Eine gute Chance also, den Kids was Gesundes „unterzujubeln“! Wir empfehlen zum Beispiel bunte Gemüseboote, überbackene Mais-Reis-Waffeln oder die super saftigen Pizza-Muffins.

FAQs – die häufigsten Fragen

Wieso wird Mais vom Körper nicht verdaut?

Jeder kennt es: Einige der kleinen gelben Körner findet man nach dem Essen oft in unverändertem Zustand wieder. Das liegt daran, dass wir zu schlecht kauen. Gelangen die Maiskörner unversehrt in den Magen, können sie aufgrund ihrer Hülle aus Cellulose nicht aufgespalten werden.

Sind Maiskörner weniger gesund, wenn sie nicht verdaut werden?

Zwar kommt der Körper nicht an Vitamine und Mineralstoffe heran, wenn die Körner unversehrt bleiben. Sie dienen aber als Ballaststoffe und erhöhen als gesunde Füllstoffe das Stuhlvolumen. Dadurch wird der Darm gesund gehalten.

Wie wird aus Mais Popcorn?

Für unser Popcorn braucht man eine bestimmte Sorte des Getreides, nämlich den Puffmais. Erhitzt man die Körner mit etwas Öl, wird das Wasser im Inneren zu Wasserdampf, der mehr Platz braucht. Dadurch platzen die Körner auf und das Innere wölbt sich nach außen. So entstehen die typischen hellen Flocken.

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