Müllvermeidung im Sommer: Tipps & Tricks

Von Maren Baumgarten
Aktualisiert am 25. Sep. 2020
© Unsplash/ Pawel Janiak
© Unsplash/ Pawel Janiak

Im Sommer essen wir gerne draußen an der frischen Luft und genießen die Natur. Damit uns die Natur auch zukünftig so schön erhalten bleibt, kommen hier Tipps und Tricks zur Müllvermeidung im Sommer beim Grillen, Picknicken und Relaxen unter freiem Himmel.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Nachhaltig grillen
  2. Ist Alufolie schlecht für die Gesundheit?
  3. Was bedeutet eigentlich wiederverwendbar, kompostierbar & recyclebar?
  4. Clever Trinken ohne Müll
  5. Unterwegs nachhaltig essen
  6. Wissen zum Mitnehmen

Nachhaltig grillen

Was gibt es Schöneres als einen leckeren Grillabend im Garten? Jedoch lauern hier einige Fallen in Sachen Nachhaltigkeit, die sich vermeiden lassen!

Der Grill

Wenn Sie sich einen neuen Grill anschaffen, dann sollte neben Gas- oder Kohlegrill auch ein Elektro- oder Solargrill mit in die Überlegungen einbezogen werden, denn diese beiden Grillarten haben eine bessere Ökobilanz. Zugegebenermaßen benötigten Sie bei einem Solargrill etwas mehr Geduld, zukunftsfähig ist der Grill jedoch allemal. So oder so vermeiden Sie durch einen langlebigeren Grill überflüssigen Müll.

Auch am Strand oder im Park grillen, wenn es denn erlaubt ist, trägt zum Sommerfeeling bei. Durch die mehrfach verwendbaren Mini- oder Eimer-Grills wird die Ära der Einweggrills abgelöst.

Kohle und Anzünder

Feuer durch chemischen Grillanzünder und Kohle aus dem tropischen Regenwald muss nicht sein, denn es gibt ökologische Alternativen: mit Eierkartons und Sägespänen entfacht das Feuer genauso gut. Grillkohle gibt es FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert aus europäischen Laubbäumen hergestellt oder aus Abfallprodukten der Landwirtschaft wie Olivenkernen oder Weinreben. 

Grillgut

Weniger ist mehr: lieber ein hochwertiges Stück Fleisch vom Bio-Metzger als drei vom Discounter. Nicht nur das Tierwohl und das ausgestoßene CO2 machen hier einen Unterschied, sondern auch die Müllmenge, denn in manchen Metzgereien dürfen Sie Ihre eigene Dose mitbringen und können so Müll vermeiden. Gesund und nachhaltig können Sie das Fleisch dann mit gegrilltem Gemüse und leckeren Salaten ergänzen. Übrigens auch mal einen Versuch wert: Vegetarisch grillen mit gefüllten Zucchini, frischen Maiskolben oder Fetakäse - natürlich mit so wenig wie möglich Verpackungsmüll eingekauft.

Grillgeschirr

Grillpfannen, Salzsteine, Edelstahlschalen und vieles mehr hat die Verwendung von Alu–Grillschalen überflüssig gemacht. Auch Alufolie zum Einpacken von Käse oder Gemüse können Sie durch Kohl- oder Rhabarberblätter ersetzen. So vermeiden Sie nicht nur Müll, sondern auch die Zerstörung vom Ökosystem durch Rotschlamm, der bei der Produktion von Aluminium als Abfallprodukt entsteht.

Ist Alufolie schlecht für die Gesundheit?

Verzichten Sie beim Grillen auf Alufolie und -schalen, dann freut sich nicht nur die Natur, sondern auch Ihre Gesundheit. Denn gelangt Aluminium durch Lebensmittel in den Körper, kann dies als Nervengift wirken. Auch die Entstehung von Krebs und Alzheimer im Zusammenhang mit dem Metall wird wissenschaftlich untersucht. Die Alternativen bringen keine gesundheitlichen Risiken auf den Teller, ganz im Gegenteil durch Kohlblätter und Salzsteine kommen köstliche Aromen aus den Hilfsmitteln in das Grillgut.

Hier erfahren Sie mehr  zum Thema Grillen ohne Alufolie.

Was bedeutet eigentlich wiederverwendbar, kompostierbar & recyclebar?

Viele Verpackungen sind nicht einfach Müll, sondern sie können wiederverwendet, kompostiert oder reyccelt werden. Was genau ist jedoch der Unterschied? Und lässt sich so wirklich Müll vermeiden?

  • wiederverwendbar: Hier fällt erst nach mehrfacher Benutzung, häufig erst nach Jahren, Müll an. Beispiele sind wiederverwendbares Backpapier, Mehrweg-Kaffeebecher oder Geschirr aus Porzellan und Keramik.
  • kompostierbar: Die Natur kennt keinen Müll: Beim Kompostieren werden organische Verbindungen durch verschiedene Organismen wie Würmer zu fruchtbarem Boden umgewandelt. Dies können Sie im Garten mittels Komposter oder auch in der Wohnung mit einer Wurmkiste selbst beobachten.
  • recyclebar: Glas, Papier, Plastik und vieles mehr kann durch richtige Mülltrennung, Sortierung und Aufbereitung eine zweite Chance bekommen, um so unsere Rohstoffe zu schonen. Bisher werden etwa 43 Prozent des anfallendem Plastiks recycelt, der Rest wird verbrannt.

Clever Trinken ohne Müll

Gerade wenn es draußen sehr heiß ist, ist viel Flüssigkeit essentiell für unseren Körper. Auch dabei lässt sich Müll vermeiden und die Umwelt schonen.

  • Strohhalme aus Glas, Metall oder Holz sind angesagt und wiederverwendbar. Essbare Alternativen gibt es auch, zum Beispiel aus Apfelfasern oder verwenden Sie lange Makkaroni.
  • Ganz ohne Plastik und Müll: Wasserleitung aufdrehen und die eigene Flasche aus Glas oder Edelstahl immer wieder auffüllen.
  • Italienisches Mineralwasser bringt zwar Urlaubsfeeling, hat jedoch einen langen Transportweg hinter sich. Aus regionalen Quellen werden diese vermieden, wodurch  die Umwelt geschont wird.
  • Aromatisiertes Wasser mit Eiswürfel zuhause vorbereiten und auch nach Stunden ist ein kühler Genuss für unterwegs garantiert. Eine zuckrige Limo aus der Plastikflasche gehört so der Vergangenheit an.

Unterwegs nachhaltig essen

Eisdielen, Döner, Bäckereien und Co. locken im Sommer nach draußen. Jedoch sind die To-go-Angebote meist in Einwegverpackungen. Um Müll im Sommer zu vermeiden, müssen Sie nicht zwingend darauf verzichten. Ein bisschen Vorplanung ist meistens jedoch nötig.

Kühler Genuss

Waffel oder Becher? An dieser Frage scheiden sich die Geister der Eisliebhaber. Umweltfreundlicher ist die Waffel, denn wir können die "Verpackung" einfach mitessen. Wer absolut keine Waffel mag, kann bei seiner Lieblingseisdiele nach Mehrwegbechern und Pfandsystemen fragen. Aus hygienischen Gründen ist das Mitbringen eines eigenen Bechers nicht immer möglich, aber auf den Plastiklöffel können Sie verzichten, wenn Sie sich ihren eigenen von zuhause mitbringen.

Für Ihre Gesundheit und die Umwelt ist ein selbst gemachtes Eis am besten. Hier geht es zu leckeren Eisrezepten:

Für eilige Morgenmuffel

Manchmal ist die Zeit zum Frühstücken einfach zu knapp und ein schneller Snack vom Bäcker muss her. Ungefragt werden diese in eine Papiertüte gepackt und über den Tresen gereicht, so landen in etwa 7 Milliarden Tüten pro Jahr in Deutschland im Müll. Häufig benötigen wir diese jedoch nicht, da das Gebäck direkt gegessen wird oder wir es in einen mitgebrachten Brotbeutel aus Stoff, einer Brotdose oder einem Bienenwachstuch transportieren können.

Imbissbude

"Döner mit scharf, aber ohne Alufolie." An den leicht irritierten Blick der Verkäufer gewöhnen Sie sich schnell, und auch das Essen ohne Aluunterstützung ist reine Übungssache. Alternativ können Sie sich mit einem mitgebrachten Bienenwachstuch behelfen. Für wen das erstmal keine Option ist, kann auch erst mal nur auf die Plastiktüte verzichten, in der das Fast Food gereicht wird.

Wissen zum Mitnehmen

Auch im Sommer ist die Devise bei der Müllvermeidung weitestgehend auf Verpackungen zu verzichten und Mehrweg statt Einweg sowie Alternativen zu nutzen. Dies gelingt sowohl beim Grillen, Trinken und beim Essen unterwegs.

Wem es anfangs schwerfällt, komplett auf Verpackungen zu verzichten, kann erstmal mit kleinen Veränderungen anfangen – auch diese werden der Umwelt zugutekommen. 

Schreiben Sie einen Kommentar