bookmark_border
URL kopieren
Pinterest
bookmark_border
URL kopieren
chat_bubble
Kommentar
Pinterest
Nächster Artikel
Interview

Mit pflanzlicher Ernährung wurde ich gesund!

Von Leonie Busse
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Fotocredit: Shabnam Shameli
Fotocredit: Shabnam Shameli

Die pflanzliche Ernährung gewinnt immer mehr an Beliebtheit, immer mehr Menschen ernähren sich vegan. Für viele ist diese Ernährung nicht einfach nur ein Foodtrend, für Shabnam von "The Hungry Warrior" zum Beispiel war es eine gesundheitliche Entscheidung. Im Interview erzählt sie EAT SMARTER, wie sie die pflanzliche Ernährung in ihren Alltag integriert und welche Auswirkungen diese auf ihre Gesundheit hat.

0
Drucken

Was erwartet uns bei "The Hungry Warrior"?

Bei Instagram geht es nicht nur um Rezepte – es soll primär visuell ansprechend sein. Das ist für mich eine Art künstlerischer Ausdruck. Ich ernähre mich pflanzenbasiert und alle meine Rezepte sind vegan und ohne tierische Produkte. Auf meinem Blog erzähle ich dann über mich, meine Krankheit, meine pflanzliche Ernährung und mein Leben. Ich gebe auch Tipps, wie man mit der Krankheit oder Ernährungsproblemen umgehen kann. Damit möchte ich erreichen, dass die Leute mehr Mut bekommen, um auf ihren eigenen Körper zu hören und bewusster mit dem Thema Ernährung umgehen. Dabei sollen sie Spaß am Essen und Kochen haben.    

Du bekamst die Diagnose Colitis ulcerosa. Wie hat der Tag dein Leben verändert?

Damals lebte ich noch in den USA. Doch als ich die Diagnose 2007 bekam, kehrte ich nach Deutschland zurück. Erstmal war ich natürlich schockiert und wusste nicht, wie ich mit der Krankheit umgehen soll. Die Schulmedizin setzte nur auf Medikation und Stressreduktion, Ernährung spielte keine Rolle. Die Ärzte sagten immer "Du kannst essen, was du möchtest". Ich musste allerdings lernen, dass das für mich bedeutet, auf meinen Körper zu hören.

Daher musste ich lernen, was ich vertrage und daher auch wirklich essen möchte. Dann habe ich meine Ernährung auf pflanzliche Ernährung umgestellt. Die Diagnose hat mein Leben grundlegend verändert und ich sehe auch das Positive an dem, was sich daraus ergeben hat. 

Mittlerweile geht es mir ziemlich gut damit. Mein Körper lässt es mich aber immer mal wieder spüren, wenn ich zu viel Stress habe. Dann muss ich mir schnell eine Auszeit gönnen. Durch die pflanzliche Ernährung habe ich viel weniger Bauchschmerzen. Früher sorgte schon ein Kaffee mit Milch für einen Schub. Aber natürlich gibt es immer noch Lebensmittel, die ich nicht so gut vertrage, die versuche ich zu vermeiden.

Wie ist die Idee für "The Hungry Warrior" entstanden?

Die Idee kam mir Ende 2016, als ich ziemlich krank und auf der Suche nach einem Hobby war, das ich von zu Hause aus machen konnte. Durch meine Krankheit musste ich ungefähr ein Jahr zu Hause bleiben, ohne zu arbeiten, ohne Sport. Daher brauchte ich etwas, wo ich meine Kreativität ausleben konnte. Kochen habe ich immer schon geliebt und mein Freund hatte eine Kamera, die er selten benutzt hat. Deswegen hab ich die beiden Sachen miteinander verbunden und es hat relativ schnell und gut funktioniert.

Welche Erinnerungen hast du an deine ersten Kochversuche?

Ich glaube, dass mir das Kochen in den Genen liegt, da bei uns jeder gut kocht: meine Mutter, meine drei Schwestern. Ich durfte in der Küche nicht viel rumlaufen, weil das meine Mutter nervös gemacht hat. Aber ich habe zugeschaut, da es mich immer interessiert hat.

Das erste mal habe ich für meine Eltern gekocht, da war ich acht oder neun. Ich habe Hackbällchen gemacht. Das war etwas ganz Einfaches und ich weiß auch gar nicht mehr, ob ich das besonders gewürzt habe. Aber ich kann mich noch erinnern, dass ich die Hackbällchen mit den Händen geformt habe und dann in Öl angebraten habe.

Ich habe auch früher total gerne nach der Schule für meine Freundinnen gekocht. Da kam meine beste Freundin eigentlich immer zu mir und hat mir beim Kochen zugeschaut. Sie kann gar nicht kochen, aber sie kann gut essen.

Wie würdest du deine Ernährungs-Philosophie kurz beschreiben?

Ich möchte, dass die Menschen mehr auf ihren Körper hören. Es sollte keine Tabuthemen wie den "Darm" geben. Ich ernähre mich pflanzenbasiert, für mich ist das die richtige Ernährung. Doch jeder sollte den eigenen Körper schätzen und gewillt sein, verschiedene Rezepte und Ernährungsformen auszuprobieren.

Was sind die größten Schwierigkeiten der pflanzlichen Ernährung?

Schwierig ist es auf jeden Fall, auswärts zu essen. Man muss sich vorher gut informieren, wo man hingehen kann, und am besten vorbereitet unterwegs sein: Nüsse, getrocknete Früchte oder Obst mitnehmen. Gerade am Anfang ist es schwer, durchzuhalten und nicht aufzugeben.

Muss man streng mit sich sein, um sich so zu ernähren wie du?

Nein! Vielmehr sollte man die Dinge locker angehen lassen. Wenn man gerne Fleisch isst, ist das völlig in Ordnung. Ich möchte nichts verbieten, sondern vielmehr inspirieren, Neues auszuprobieren. Mit der Zeit verändert sich das Bewusstsein dann automatisch, so dass man mehr auf Qualität achtet und die Fleischmenge automatisch reduziert.

Auf welche Zutaten kannst du in einer pflanzenbasierten Küche nicht verzichten?

Auf Nüsse! Damit kann man einfach alles machen, herzhafte Gerichte, Salate, sogar eine Nuss-Bolognese, sowie Kuchen und Nussmilch. Sie enthalten viele gute Fette, Eiweiß und Mineralstoffe. Zudem verwende ich immer Kräuter. Eine herzhafte Basis besteht bei mir aus Zwiebeln, Olivenöl, Knoblauch und Kräutern. Damit es immer eine richtige Geschmacksexplosion gibt, sind außerdem Gewürze wichtig. Außerdem sind Hülsenfrüchte sehr vielseitig – ich vertrage sie allerdings nicht so gut, daher gibt es sie bei mir nicht so häufig.

Nutzt du natürliche Zuckeralternativen? Welche sind deine Favoriten?

Ich verwende schon seit Jahren keinen weißen, raffinierten Zucker mehr. Er schmeckt mir tatsächlich auch gar nicht mehr. Als Zuckeralternative verwende ich Kokosblütenzucker oder Ahornsirup. Aber auch Agavendicksaft, Dattelsirup und Datteln benutze ich zum Süßen – ob für Kuchen, Smoothies, Shakes oder Porridge.

Was ist dein liebstes Gericht von deinem Blog?

Ich liebe herzhaftes Essen! Mein Lieblingsrezept ist meine Bolognese. Als süße Leckerei liebe ich meinen Rawcake Lime Cheesecake.

Pflanzliche Ernährung: Raw Cake

Fotocredit: Shabnam Shameli

Was ist die häufigste Frage, die du bekommst?

"Warum ernährst du dich so?" Anfangs war es wie gesagt meine Gesundheit, mein eigener Körper. Mittlerweile ernähre ich mich auch aus ethischen Gründen vegan.

Welche Tipps hast du fürs vegane Einkaufen?

Um sich pflanzlich zu ernähren, muss man sich auf jeden Fall gut informieren. Mein Tipp: Legt euch ein paar gute Kochbücher zu. Gerade bei Basic-Kochbüchern wird oft Basiswissen vermittelt, zum Beispiel was ihr immer im Kühlschrank haben solltet. Aber auch auf Instagram könnt ihr euch inspirieren und motivieren lassen.

In Biomärkten findet man alles, was man braucht. Aber auch in normalen Supermärkten ist das Angebot für vegane Produkte groß und im Internet werdet ihr natürlich auch fündig! Extra-Tipp: Macht euch eine Liste mit Lebensmitteln, die ihr als Basis zu Hause habt.

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Morgens gibt es erstmal ein Glas Wasser und eine Yoga-Einheit. Dann trinke ich einen Kaffee mit Hafermilch, damit wird der Kaffee wirklich schön cremig, und bereite den nächsten Post für Instagram vor – zum Beispiel ein Frühstück: Porridge, Chia-Pudding oder Granola.

Mittags esse ich eher leicht, zwei Scheiben Brot mit Avocado oder einen Salat mit Pilzen. Nachmittags snacke ich Obst, Nüsse oder Smoothie, wenn mich der Hunger überkommt. Am Abend koche ich dann meist oder es gibt Salat oder etwas vom Lieblings-Vietnamesen. Beim Fernsehen löffel ich auch gerne mal etwas Mandelmus oder veganes Eis. 

Was macht deinen Blog "The Hungry Warrior" deiner Meinung nach so erfolgreich?

Meine Rezepte sind vegan, aber sie sind trotzdem Comfort Food mit einem kleinen orientalischen Touch. Meine persischen Wurzeln schleichen sich durch orientalische Gewürze immer mal in meine Rezepte. Das macht sie irgendwie außergewöhnlich. 

Zum Abschluss: Was sind deine Visionen für die nächsten Jahren?

Ich hoffe, dass sich die Lebensmittelindustrie und das Bewusstsein der Menschen ein wenig verändert. Wir sollten achtsamer mit der Umwelt, mit den Tieren und uns selbst umgehen. Es muss nichts Radikales sein, aber Schritt für Schritt in die richtige Richtung. 

Hast du ein Lieblingsrezept von EAT SMARTER?

Ich kenne EAT SMARTER schon lange und probiere immer mal wieder Rezepte aus. Am liebsten esse ich die vegane Mousse au Chocolat mit Avocado. Ich liebe natürlich auch die Variante mit Aquafaba, das ist der Saft von Kichererbsen aus der Dose. Der ist sehr stärkehaltig und wird ähnlich wie Eiweiß beim Aufschlagen steif. Damit kann man super Mousse au Chocolat machen.

Rezept
Vegane Mousse au Chocolat
Fertig in 5 Min. • 338 kcal

Über Shabnam und "The Hungry Warrior"

Shabnam Shameli startete 2015 ihren Blog "The Hungry Warrior", auf dem sie sich mit gesunder & pflanzlicher Ernährung beschäftigt. Aufgrund ihrer Diagnose mit Colitis ulcerosa ist ihre Ernährung vegan und Shabnam hat gelernt, auf ihren Körper und dessen Bedürfnisse zu hören. Auf ihrem Instagram-Account teilt sie regelmäßig neue vegane Rezepte mit ihren über 100k Fans.

Weitere Infos erhalten Sie auf www.thehungrywarrior.de

Zum Instagram-Account geht es hier: https://www.instagram.com/thehungrywarrior


Diese Lebensmittel sind nicht vegan

Achtung! Nicht vegan! ▶

Top-Deals des Tages

Bedecor Doppelpack Matratzenschoner Wasserdicht Wasserundurchlässige Matratzenauflage Baumwolle 90x200 cm Original Oeko-TEX
VON AMAZON
14,44 €
Läuft ab in:
Bedecor Doppelpack Matratzenschoner Wasserdicht Wasserundurchlässige Matratzenauflage Baumwolle 90x200 cm Original Oeko-TEX
VON AMAZON
11,04 €
Läuft ab in:
Bedecor Doppelpack Matratzenschoner Wasserdicht Wasserundurchlässige Matratzenauflage Baumwolle 90x200 cm Original Oeko-TEX
VON AMAZON
17,84 €
Läuft ab in:
Zu allen Top-Deals des Tages

Schreiben Sie einen Kommentar