Banner Oona
Funktioniert das?

30 Tage Paleo-Ernährung

Von Oona Mathys
Aktualisiert am 18. Feb. 2021

Zurück in die Steinzeit! Bei der Paleodiät isst man ausschließlich unverarbeitete Lebensmittel. Also nur das, was die Steinzeitmenschen früher sammeln und jagen konnten. Aber wie alltagstauglich ist diese Ernährungsform? Und was darf man überhaupt essen? Alle Antworten auf Fragen rund um die Steinzeiternährung gibt's in meinem neuen Blog!

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Paleo und was haben eigentlich die Steinzeitmenschen gegessen?
  2. Welche Lebensmittel gehören in die Paleo-Diät?
    1. Gemüse und Wurzeln
    2. Obst und Früchte
    3. Fleisch, Meeresfrüchte und Eier
    4. Öle und Fette
  3. Welche Lebensmittel gehören nicht in die Paleo-Diät?
    1. Getreideprodukte – Nudeln, Brot und Co.
    2. Milchprodukte – Joghurt, Käse und Sahne
    3. Hülsenfrüchte – Bohnen, Linsen etc.
    4. Künstliche Süßstoffe und Zucker
    5. Raffinierte Fette und Öle

Fitmelonies Paleoeinkauf

Paleo-Diät? Ist das nicht das wo man nur Gräser essen darf? Jein. Steinzeiternährung ist in 2017 eigentlich schon ein alter Hut. Denn fast jeder war für einen kurzen Zeitraum mal Paleo und hat sein Gemüse selber angebaut und Steine gegeneinander gekloppt bis die Funken gesprüht haben. Danach haben wir uns innerlich auf die Brust getrommelt: „Mensch Feuer gemacht“.

Aber obwohl wir alle schon total genervt sind, dass wir von Paleokeksen, Paleobackmischungen und Paleowasweißich in den Supermarktregalen und Zeitschriften bombardiert werden, kriegen wir das Thema „Paleo“ immer noch nicht vom Tisch.

Wahrscheinlich weil es viel mehr damit zu tun hat, als sich nur gesund zu ernähren und auf verarbeitete Lebensmittel zu verzichten. Paleo bringt uns aus unserer digitalisierten und abstrakten Welt zurück zum Ursprung.

Mit unserem gratis Ernährungsplan und unserem detaillierten Beginner's Guide helfen wir jedem, der seine Ernährung auf paleo umstellen möchte:

Wir sind wieder Sammler und Jäger. Wir graben Löcher in die Erde, malen mit Farben an Höhlenwände, und müssen uns nicht um unbezahlte Rechnungen oder eine neue Zahnzusatzversicherung kümmern.

Also habe ich beschlossen meinen eigenen 30-Tage Paleo Selbstversuch zu starten.

Warum erst jetzt und nicht zum Zeitpunkt als ich die Möglichkeit hatte auf der Paleowelle mit zu surfen? Naja, um ehrlich zu sein, fie Harry Potter-Bücher habe ich auch erst angefangen zu lesen als der dritte Film in die Kinos kam.

Genauso mache ich es jetzt bei der Paleo-Diät.

Der positive Effekt daran Sachen auszuprobieren,wenn der eigentliche Trend schon längst wieder vorbei ist, ist dass man Diäten und Trends ganz objektiv und ohne Hype beurteilen kann. Ungefähr so, wie wenn man nach der Verliebtheitsphase die rosarote Brille abnimmt und die Beziehung zum ersten Mal unverblümt mit allen Ecken und Kanten betrachten kann.

Steinzeit-Diät

Was ist Paleo und was haben eigentlich die Steinzeitmenschen gegessen?

Vermutlich nur Dinge, die es zur damaligen Zeit auch schon gab, so wie zum Beispiel Beeren, wildes Gemüse und Fleisch oder Fisch. Kurzum: Bei der Steinzeitdiät sollte man nur das essen, was man auch selber hätte fangen oder pflücken können.

Der Hintergedanke der Steinzeitdiät ist, dass der Mensch genetisch optimal auf das Nahrungsangebot der Altsteinzeit angepasst war und sich entsprechend entwickeln konnte. Er musste sich täglich viel bewegen und in der Lage sein längere Hungerphasen auszuhalten. 

Wir dagegen leben heutzutage im absoluten Überfluss (zumindest in der westlichen Welt). Regelmäßig nehmen wir viele kalorien- und kohlenhydratreiche Lebensmittel, sowie Zucker und Salz zu uns.

Auch Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes oder auch Allergien lassen oft mit einer "falschen" Ernährung in Verbindung bringen.

Paleo ist laut den Steinzeithängern die Antwort auf die Frage: Wie können wir uns wieder ins Gleichgewicht bringen?

Bei der Steinzeit-Diät ist das Motto: "Back to the roots" – zurück zu den Wurzeln.

Denn die Anhänger der Steinzeiternährung sind der Meinung, dass das menschliche Erbgut sich in den letzten zehntausend Jahren kaum verändert hat, die Lebensumstände, die Nahrung hingegen dramatisch.

Denn die Höhlenmenschen haben wohl kaum ihren eigenen Joghurt hergestellt, geschweige denn Nudeln gegessen. Viehzucht und Ackerbau gab es damals noch nicht, so dass eben auch Getreide- und Milchprodukte in dieser Ernährung nicht vorgekommen sein sollen.

Will man (oder auch frau) die Steinzeitdiät in der heutigen Zeit umsetzen, muss man wahrscheinlich den einen oder anderen Kompromiss schließen, da es uns bei vielen Nahrungsmitteln nicht möglich ist, sie frisch vom Baum zu pflücken oder selbst zu fangen.

Welche Lebensmittel gehören in die Paleo-Diät?

Gemüse auf Tellern

Die Nahrungsmittelauswahl, die euch während der Steinzeiternährung zur Verfügung steht, ist immer abhängig von eurer eignen Einstellung. Wie streng wollt ihr mit euch sein? Wollt ihr wirklich auf alles verzichten?

Oder doch einige Lebensmittel in euren Speiseplan integrieren, auf die ihr partout nicht verzichten könnt (zum Beispiel Kaffee?)

Gemüse und Wurzeln

Grünzeug bildet die Grundlage in der Paleoernährung. Am besten natürlich aus dem eigenen Anbau. Grundsätzlich könnt ihr beim Gemüse ordentlich zugreifen und euch satt essen. Allerdings solltet ihr stärkehaltige Gemüsesorten wie Kartoffel oder Kürbis nur in Maßen essen.

Hier einige Gemüsesorten, die ihr bedenkenlos essen könnt (die Liste ist noch viel länger):

  • Artischocken, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Eisbergsalat, Endivie, Feldsalat, Fenchel, Grühnkohl, Gurken, Karotten, Kohlrabi, Kopfsalat, Tomaten...

Obst und Früchte

Früchte sind in kleinen Mengen erlaubt. Denn viele Obstsorten schmecken nicht nur herrlich süß, sondern enthalten oft auch eine ordentliche Portion Fruchtzucker. Daher lieber auf zuckerärmere Früchte (zum Beispiel Beeren) zurückgreifen. Genauso solltet ihr versuchen Früchte öfters regional und saisonal einzukaufen (also bitte keine Erdbeeren im Winter!).

Hier einige Obstsorten, die für die Paleoernährung geeignet sind:

  • Avocado, Rhabarber, Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Holunderbeeren, Wassermelone, Stachelbeere, Zwetschgen...

Fleisch, Meeresfrüchte und Eier

Fleisch hat in der Paleodiät einen hohen Stellenwert. Im Grunde genommen gibt es kein Fleisch, das hier nicht gegessen werden kann.

Wichtig ist jedoch, dass ihr Fleisch von gesunden und grasgefütterten Tieren kauft (das ist natürlich kostspieliger, aber definitiv auch qualitativ hochwertiger). Finger weg von verarbeitetem Fleisch. Also werden Würstchen und HotDogs, genauso wie bereits gewürzte oder marinierte Fleischprodukte vom Speiseplan gestrichen.

Auch Meeresfrüchte sind, genauso wie Fleisch, eine wichtige Nahrungsgruppe auf dem Paleo-Speiseplan. Auch hier gilt es Zuchtfisch und Massentierhaltung zu vermeiden und auf Siegel (zum Beispiel MSC) zu achten. Auch bei den Eiern solltet ihr darauf achten, dass ihr ausschließlich Eier von "glücklichen Hühnern" esst (vielleicht auch von einem lokalen Eierbauern).

Hier eine beispielhafte Auswahl, welche Fleisch- und Fischsorten ihr einkaufen könnt:

  • Ente, Forelle, Garnelen, Hering, Huhn, Jakobsmuscheln, Kabeljau, Kalb, Kaninchen, Karpfen, Rind, Lachs

Öle und Fette

Fett macht nicht fett. Zumindest nicht wenn man es maßvoll verwendet. Denn Fett ist nicht nur Geschmacksträger, sondern auch dafür verantwortlich, dass unser Körper bestimmte Vitamine aufnehmen kann. Allerdings solltet ihr darauf achten, welche Art von Fett ihr einsetzt.

Folgende Fette könnt ihr in eurer Paleo-Diät zu euch nehmen:

  • Ghee, Kokosöl, Nussöle (zum Beispiel Walnuss-Öl), Olivenöl (Nativ, kaltgepresst), Sesam-Öl (kaltgepresst)

Welche Lebensmittel gehören nicht in die Paleo-Diät?

Wer nach den Regeln der Steinzeiternährung leben möchte, sollte sich ein Grundprinzip merken: Finger weg von verarbeiteten Lebensmitteln!

Um die Paleoernährung auch wirklich durchzuziehen, hilft es, bestimmte Bereich im Supermarkt einfach zu überspringen, so wie zum Beispiel die Müsliabteilung, die Käsetheke, die Bäckerei und das Kühlregal mit den Milchprodukten.

Getreideprodukte – Nudeln, Brot und Co.

Weil die Steinzeitmenschen wohl kaum die Möglichkeit hatten, Getreide auf Feldern anzubauen, solltet ihr während der Paleo-Diät auf alle Arten von Getreideprodukten verzichten. Die Paleoanhänger sind der Meinung, dass Produkte aus Getreide hochgradig verarbeitet sind, und viele leicht verwertbare Kohlenhydrate enthalten, die dafür sorgen, dann unser Blutzuckerspiegel schnell ansteigt und danach wieder abfällt.

Diese Achterbahn kann bei einem Großteil der Menschen Müdigkeit und Energielosigkeit auslösen.

Natürlich ist das nicht ganz richtig, denn nicht alle Getreidesorten bestehen ausschließlich aus kurzkettigen Kohlenhydraten. Wer also partout nicht auf Kohlenhydrate verzichten möchte, sollte versuchen auf "gute" Kohlenhydrate, wie Roggen und Dinkel zurückzugreifen und Weißmehlprodukte zu vermeiden.

Der Richtigkeit halber, werde ich allerdings versuchen für die Zeit meiner Steinzeiternährung auf alle Getreidesorten zu verzichten.

Milchprodukte – Joghurt, Käse und Sahne

Während das tägliche Glas Vollmilch früher zu jedem Frühstück gehörte und sogar Süßigkeiten mit "der extra Portion Milch" beworben wurden, stehen Produkte von Kuh, Schaf oder Ziege heute immer mehr in der Kritik.

Denn viele Menschen vertragen keine Milchprodukte, da ihr Organismus nicht in der Lage ist, Laktose (Milchzucker) zu spalten. Außerdem können die in der Milch enthaltenen Wachstumshormone, die dafür sorgen sollen, dass das Kälbchen überdurchschnittlich schnell wächst, unseren Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen und sogar das Abnehmen verhindern.

Also heißt es für die Paleo-Diät: Bitte auf Quark, Käse, Milch und Kefir verzichten.

Hülsenfrüchte – Bohnen, Linsen etc.

Ich bin ein absoluter Fan von Hülsenfrüchten. Aber genau genauso wie bei den Getreidesorten sind Paleoänhänger auch bei den Hüselnfrüchten der Meinung, dass sie große Mengen an pflanzeneigenen Abwehrproteinen (Lektinen) und Phytaten enthalten, die die Aufnahme von wichtigen Mineralien verhindern.

Aus diesem Grund gehen "Paleoaner" davon aus, dass Hülsenfrüchte dem menschlichen Organismus mehr schaden, als gut tun und sollten somit während der Paleoernährung von eurem Teller verbannt werden.

Das gilt unter anderem für alle Sojaprodukte, Linsen, Erbsen, Erdnüsse sowie rote, schwarze und Kidney-Bohnen.

Ob ihr auf Hülsenfrüchte während der Steinzeitdiät verzichten möchtet, müsst ihr im Endeffekt selber entscheiden. Denn ohne Zweifel: Hülsenfrüchte sind gesund.

Künstliche Süßstoffe und Zucker

Absolut tabu! Nicht nur hochgradig verarbeitet, sondern auch bei starkem Konsum gesundheitsschädlich. Also bitte: Goodbye Zucker! Das gilt im Übrigen auch für Agavensirup, Softdrinks, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke (inklusive Fruchtschorlen).

Raffinierte Fette und Öle

Rapsöl, Distelöl, Sonnenblumenöl und Margarine sind tabu. Denn sie haben oft ein ungünstiges Fettsäurenverhältnis, oxidieren schnell und sind stark verarbeitet. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass ihr ausschließlich Öl in Glasflaschen kauft, da in Plastikverpackungen oft Weichmacher und andere Hilfsstoffe eingesetzt werden, die in das Öl übergehen können und unserem Körper schaden.

Mit diesen Do's und Don'ts bin ich in die 30-Tage Paleo-Challenge gestartet. Ich bin gespannt, welche neuen Erkenntnisse ich über meine eigene Ernährung, meinen Körper und mein Konsumverhalten machen kann.

Das Ergebnis der 30-Tage-Challenge gibts in meinem nächsten Blogpost! Ich wünsche euch eine fantastische Woche!

Schreiben Sie einen Kommentar