Zehn Tage zuckerfrei

Zuckerfreies Ende

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 01. Apr. 2021
Zuckerfrei

Ich habe es geschafft und zehn Tage zuckerfrei gelebt. Heute ziehe ich ein Fazit und gebe euch einen Einblick in meinen letzten Tag, an dem ich auf jeglichen Zucker verzichtet habe.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Ein Tag komplett zuckerfrei
  2. Hat sich was verändert?
  3. Für immer zuckerfrei? Nein! 
  4. Gefährliche Fruktose
  5. Smoothies und Saft im Kreuzverhör
  6. Süßes Ende

Ein Tag komplett zuckerfrei

Am letzten Tag meiner Challenge wollte ich mich nochmal richtig herausfordern und einen Tag so essen wie Damon Gameau, der Autor des Buches "Voll verzuckert" und meine Inspiration für dieses Projekt. Das bedeutete neben dem Verzicht auf industriellen Zucker auch sämtliche Kohlenhydrate in Form von Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln wegzulassen.

Außerdem wollte ich auch keine fruktosehaltigen Lebensmittel zu mir nehmen. Zum Thema Fruktose wollte ich euch noch folgenden Vortrag von Professor Robert H. Lustig vorstellen. In seinem Vortrag "Sugar - The Bitter Truth" erklärt er im Detail, warum Fruktose den Menschen so großen Schaden zufügen kann.

Hier geht es zum Film!

Bei der Auswahl meiner Lebensmittel für den letzten Tag orientierte ich mich an den Vorgaben und Rezepten von Damon Gameau.

Zum Frühstück gab es ein leckeres Omlette mit Pilzen.

Omlette mit Pilzen zuckerfrei

Zutaten für ein Omlette:

  • 3 Eier
  • 150 Gramm Champignons
  • Petersilie 
  • Salz, Pfeffer, Chili
  • 1 Teelöffel Butter 

Zubereitung:

  1. Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen.
  2. Die Eigelbe mit einer Gabel verquirlen und unter den Eischnee heben.
  3. Die Eiermasse mit Salz, Pfeffer, Chili und Petersilie würzen.
  4. Die Butter in der Pfanne schmelzen lassen und die Eimasse in die Pfanne geben.
  5. Die Champignons putzen und in Scheiben schneiden.
  6. Den Herd ausstellen und die Pilzscheiben auf dem Ei verteilen.
  7. Das Ei backen bis es gestockt hat und mit Petersilie garnieren.

Mittags gab es eine leckere Brokkolisuppe, die hatte ich bereits am Vortag zubereitet. Das Rezept habe ich wieder ein wenig abgewandelt. Ich verzichtete auf die Creme Fraiche und fügte stattdessen noch Lauch und Sellerieknolle hinzu.

Brokkoli-Suppe zuckerfrei

Zum Rezept geht es hier!

Am Abend bereitete ich mir einen Auflauf mit Blumenkohl und Hackfleisch zu.

Auflauf mit Blumenkohl und Hackfleisch ohne Zucker 

Zutaten für 4 Personen:

  • 500 Gramm Hackfleisch
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Dose geschälte Tomaten
  • 1 Packung Feta
  • 1 Kopf Blumenkohl
  • 1 Packung Erbsen
  • Salz, Pfeffer
  • Majoran, Oregano
  • 1 Teelöffel Kokosöl

Zubereitung:

  1. Die Zwiebel klein schneiden und in einer heißen Pfanne mit Kokosöl anschwitzen.
  2. Das Hackfleisch hinzugeben und durchbraten.
  3. Mit den Tomaten aufgießen und die Gewürze hinzufügen. 15 Minuten köcheln lassen.
  4. Währenddessen den Blumenkohl putzen, klein schneiden und in heißem Wasser bissfest kochen.
  5. Die Erbsen mit in den Kochtopf geben.
  6. Das Wasser abgießen und das Gemüse kurz beiseite stellen.
  7. Die Sauce als unterste Schicht in eine Auflauform geben.
  8. Dann abwechselnd Gemüse und Sauce wie bei einer Lasagne in die Form geben.
  9. Zum Schluss den Feta darüber krümeln und das Gericht bei 200 Grad für 25 Minuten in den Ofen stellen.

Das Essen am letzten Tag schmeckte mir sehr gut und ich wurde satt. Eine Stärkebeilage in Form von Kartoffeln, Nudeln oder Reis fehlte mir ehrlicherweise aber schon. Ansonsten fiel mir die Umstellung nicht schwer. Ich hatte schon in den neun Tagen davor nur maximal zwei Stück Obst und eine Stärkebeilage am Tag gegessen.

Hat sich was verändert?

Die Zuckerchallenge ist vorbei. Es ist also Zeit ein Fazit zu ziehen. Hat sich was verändert und konnte ich meine gesteckten Ziele einhalten?

Diese Frage kann ich mit einem klaren JEIN beantworten. Das Ziel, alle Mahlzeiten selbst zu kochen, habe ich bis auf eine Außnahme geschafft. Geschmacklich fand ich alle Gerichte bis auf den fettigen Avocado-Smoothie sehr gut.

Ich werde sicher einige Rezepte im Hinterkopf behalten und in Zukunft noch einmal zubereiten. Ich habe versucht, das Essen mehr zu genießen als gewöhnlich.

Veränderungen bezüglich einer verbesserten Gemütslage oder eines größeren Bedürfnisses sportlich aktiv zu werden, hatte ich allerdings nicht. Im Gegenteil: In den ersten Tagen litt ich unter Kopfschmerzen und am Mittag fühlte ich mich schlapper.

Eine aussagekräftige Veränderung auf der Waage kann ich nicht berichten, das war aber auch kein primäres Ziel von mir.

Für immer zuckerfrei? Nein! 

für immer zuckerfrei?

In der Redaktion wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, mich für immer zuckerfrei zu ernähren. Wahrscheinlich ist es vermessen, sich ein Urteil nach einem Zuckerverzicht von nur zehn Tagen zuzutrauen, ich mache das trotzdem.

Ein beschränkter Zuckerverzicht ist für mich durchaus vorstellbar. Es bedarf keiner Fertigprodukte, um sich ein schnelles und preiswertes Essen zuzubereiten. Ehrlicherweise wusste ich das auch schon vor meiner Challenge.

Täglich frisch zu kochen, kann anstrengend sein, lohnt sich aber! Jeden Tag allein kochen macht keinen Spaß, meine Lösung ist simpel und einfach: Ladet euch Freunde zum Kochen ein! Dann habt ihr nicht nur ein frisches Essen auf dem Tisch, sondern müsst auch nicht alleine essen.

Das tägliche Stück Schokolade oder den Konsum anderer Naschereien werde ich versuchen einzuschränken. Allerdings sehe ich keinen Sinn darin, mir diese Produkte gezielt zu verbieten.

Sobald ein Verbot auferlegt ist, hat unsereins häufig noch ein größeres Verlangen danach. Der Mensch ist allerdings auch ein Gewohnheitstier. Das bedeutet wenn ich mir die Schoklade am Abend angewöhnen kann, besteht auch die Möglichkeit, sich diese wieder abzugewöhnen.

Die Suche nach Alternativen ist auch eine Lösung. Ich habe meinen Favorit gefunden: Nüsse! Die enthalten zwar genauer betrachtet eine Menge Fett (gute Fette), aber stillen den Hunger zwischen den Hauptmahlzeiten.

Der erste Weg, um meine Naschgewohnheit zu ändern, kann sein, keine mehr im Haus zu haben. Denn wenn nichts da ist, dann kann man auch nichts essen :) Dieser Tipp hilft zwar nur für zuhause, ist aber ein Anfang.

Auf der Arbeit oder unterwegs ist der Verzicht schon eine größere Herausforderung. Typische Szenarien wie ein Mitarbeitergeburtstag oder ein Kaffee-Date mit einer Freundin gehören zum Alltag. Jedesmal zu verzichten, hat keinen Sinn, finde ich.

Gefährliche Fruktose

Obst - gefährliche Fruktose

Auch der völlige Verzicht auf Fruktose schließe ich für mich ganz klar aus. Nach der intensiven Beschäftigung mit dem Thema Zucker kann ich euch sagen, dass die Quintessenz jeder Dokumentation und jedes Buchs diese war: Fruktose ist böse!

Ich habe das hingenommen, aber muss ich deswegen Obst für immer von meinem Ernährungsplan streichen? Nein! In diesem Fall schließe ich mich der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an.

Zwei Portionen Obst am Tag sind ausreichend und gesund. Natürlich enthät Obst eine Menge Zucker, aber eben auch allerhand Vitamine und Ballaststoffe. Wie viel Fruktose in den verschiedenen Obst und Gemüsesorten steckt, könnt ihr hier nachlesen.

Smoothies und Saft im Kreuzverhör

Auf mein tägliches Obst werde ich nicht verzichten, auf pure Säfte und Smoothies (nur aus Obst) allerdings schon. In diesen als "gesund" deklarierten Säften steckt wirklich nur Zucker. Der Großteil der guten Nährstoffe (Vitamine und Ballaststoffe) gehen nämlich durch den Entsaftungsvorgang verloren.

Smoothies aus einem Mix von Frucht und Gemüse dagegen sind gesund und lecker. Der Gemüseanteil sollte allerdings immer höher sein!

Süßes Ende

zuckerfrei Süßigkeitenverzicht

Heute gönnte ich mir (natürlich rein aus experimentellen Zwecken) meine erste Süßigkeit nach zehn Tagen Abstinenz. Nach langer Überlegung fiel meine Wahl auf einen Brownie. Er war lecker, aber tasächlich sehr süß.

Nach dem Verzehr war ich ein wenig aufgekratzt, aber das Hochgefühl war auch schnell wieder vorbei. Trotzdem nahm ich die Süße des Brownies schon sehr intensiv war. Ich nehme an, je länger man verzichtet, desto stärker wird sich das Empfinden für den süßen Geschmack verändern.

Ich fände es spannend, das Experiment zu einem anderen Zeitpunkt noch länger durchzuführen. Vielleicht nächstes Jahr? Jetzt freue ich mich aber erstmal auf die Adventszeit und auf all die leckeren Lebkuchen, Stollen und Plätzchen. 

Das gesunde Maß zu finden, ist bei dieser Auswahl schwer, aber ich nehme die Herausforderung an.

Zum Schluss wollte ich mich noch bei euch für die Unterstützung bedanken! Danke für eure Kommentare, euer Feedback und die guten Rezeptideen auf allen Kanälen. (Besonders natürlich in meiner Facebook-Veranstaltung!)

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit!

Eure Eva

Zum ersten Zuckerartikel ►

Zuckerersatzstoffe ►

Zuckerfreies Wochenende ►


(emha)

 
Ich würde gerne eine wichtige Ergänzung machen: Dr. Lustig verteufelt zwar die Fruktose als Gift, aber er sagt auch ganz klar, das Fruktose in Form von Obst keine negativen Auswirkungen hat, da das Obst am sich nämlich Ballaststoffe beinhaltet, die die negative Wirkung der Fruktose aufheben. Sofern das Obst als Frucht verzerrt und nicht pürriert (Smoothie) oder als Saft getrunken wird!! Also heißt gesund zuckerfrei auf keinen Fall auch Verzicht auf Obst.
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