DO IT YOURSELF

Pralinen selber machen

Von Daniela Neu
Aktualisiert am 09. Jan. 2020
© Pixabay
© Pixabay

Eine Packung Pralinen zu verschenken gilt als wenig kreativ und fast ein bisschen stillos. Stimmt auch, wenn es sich um die Fertig-Pralinenmischung aus dem Supermarkt. Doch Sie können Pralinen auch ganz einfach selber machen – das ist schwer im Trend und eine tolle Geschenkidee.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Was genau ist eine klassische Praline?
    1. Die beliebtesten Pralinen-Sorten
    2. Die verschiedenen Herstellungsarten
  2. Welche Zutaten gehören in eine klassische Praline?
    1. Kuvertüre und Sahne
    2. Schokolade
    3. Dekor
    4. Außerdem hilfreich
  3. Welche Zutaten gehören in eine “smarte Praline”?
    1. Trockenfrüchte
    2. Nüsse, Kerne, Samen
    3. Kakao und Schokolade
    4. Gewürze
    5. Dekor
  4. Smarte Pralinen selber machen – das sind die Vorteile
    1. Keine unnötigen Zusätze
    2. Weniger raffinierter Zucker und ungesunde Fette
    3. Vielseitige Zubereitung
  5. Auf was ist bei der Zubereitung von smarten Pralinen zu achten?
  6. Wissen zum Mitnehmen

Jeder kennt sie, jeder liebt sie: Pralinen. Sie sind die genussvolle, gehobene Art zu naschen und der Klassiker unter den süßen Geschenken. Pralinen gelten als etwas Besonderes und Edles, ein Genuss den man mit allen Sinnen auskostet und nur langsam auf der Zunge zergehen lässt. Leider enthalten sie oft viel Zucker und Fett.

Geht das nicht auch gesünder? Was für verschiedene Pralinen-Sorten es gibt und wie kinderleicht man nicht nur klassische, sondern auch gesunde Pralinen selber machen kann, erklären wir hier.

Was genau ist eigentlich eine klassische Praline?

Eine Praline wiegt im Schnitt 15 Gramm und besteht aus einer Schokoladenhülle sowie einer geschmacksgebenden Füllung, die flüssig, weich oder fest sein kann. Damit sie offiziell den Namen "Praline" tragen darf, muss der Kuvertüre-Anteil in der verwendeten Schokolade bei mindestens 25 Prozent liegen. Ist er niedriger, wird das Schokoladenstück "Konfekt" genannt. Umgangssprachlich wird jedoch der Begriff "Praline" für jegliche süße Teilchen verwendet, die eine mundgerechte Größe haben.

Die bekanntesten und beliebtesten klassischen Pralinen-Sorten:

  • Trüffel Pralinen: Der Klassiker unter den kleinen Köstlichkeiten ist eine gefüllte Schokoladen-Kugel. Sie verdankt ihren Namen ihrer äußeren Ähnlichkeit zum Trüffel-Pilz. Ihre Füllung ist in der Regel weich aber schnittfest und besteht aus einer Schokoladen-Sahnecreme, die vielfältig aromatisiert sein kann.
  • Nougat-Pralinen: Zu ihnen zählen die bekannten belgischen "Meeresfrüchte". Sie bestehen aus einer Mischung von heller und dunkler Schokolade, sind mit Nougat gefüllt und haben die Form ihrem Namen zu verdanken.
  • Marzipan-Pralinen: Die weltberühmte "Mozartkugel" ist für die meisten von uns ein Begriff und besteht aus einer gefüllten Schoko-Kugel mit Marzipan-, Pistazien- und Nougatfüllung. Zudem gibt es auch Pralinen, die mit Marzipan überzogen sind.

Ob mit Krokant, Karamell, alkoholischer Füllung wie Rum, Weinbrand oder Whiskey, fruchtiger Komponente, Kaffeegeschmack sowie der beliebten Buttercreme- oder Ganache-Füllung: Es ist für jeden Geschmack eine passende Praline zu finden. Und genau das macht sie auch so besonders und vor allem zu einem tollen Geschenk.

Die verschiedenen Herstellungsarten

  • Pralinen können von Hand gerollt werden, wie es zum Beispiel bei den Trüffel-Pralinen der Fall ist. Dazu wird die Ganache, eine schokoladige Sahnecreme, abgekühlt und zu kleinen Kugeln geformt. Anschließend wird sie mit heller oder dunkler Schokolade überzogen oder in Kakao, Kokos, Krokant oder Ähnlichem gewälzt.
  • Pralinen werden oft auch mit Hohlkörpern erstellt. Das sind Formen (meist Kugeln) die mit der Ganache ausgegossen beziehungsweise mit einem Pralinentrichter befüllt werden. Nach dem Abkühlen können die Pralinen dann entnommen und entsprechend verziert werden.
  • Um Schnitt-Pralinen herzustellen, wird die flüssige, warme Schokoladensahne in rechteckige Formen gegossen und abgekühlt. Danach wird sie aus der Form gelöst und kann in Stücke geschnitten und entsprechend garniert oder überzogen werden.
  • Wer eine ruhige Hand und kreative Ader hat, kann seine Pralinen aufspritzen. Die flüssige Ganache wird dabei aus Spritzbeuteln zu individuellen Formen gespritzt, abgekühlt und bei Bedarf verziert.

Merke!
Eine Praline hat einen Kuvertüre-Anteil von mindestens 25 Prozent. Sie kann auf verschiedene Arten hergestellt und unterschiedlich gefüllt sein.

Welche Zutaten gehören in eine klassische Praline?

Um hochwertige Pralinen herzustellen, braucht es etwas Zeit, Know-how und Geduld. Damit sich die Mühe lohnt und das Ergebnis sich nicht nur sehen lassen kann, sondern auch schmeckt, ist es wichtig, Zutaten von guter Qualität zu verwenden.

Kuvertüre und Sahne

Grundlage für die meisten Pralinen ist die Ganache. Sie ist das Herzstück und besteht klassischerweise aus Schokoladen-Kuvertüre und Sahne in einem Verhältnis von zwei zu eins. Dabei kommen hauptsächlich helle-, dunkle- oder Vollmilch-Kuvertüre sowie Sahne (manchmal auch Butter) und entsprechende aromatisierende Zutaten wie Liköre, Kaffee, Tee, Nüsse oder Gewürze zum Einsatz. Die Ganache ist verantwortlich für die Konsistenz und das Mundgefühl sowie den Geschmack einer Praline. Je mehr Sahne sie enthält, umso weicher oder flüssiger ist sie.

Schokolade

Ihre knackige Hülle erhält die Praline aus dunkler oder weißer Schokolade. Dazu wird diese geschmolzen, die Praline hinein getaucht und anschließend auf einem Gitter abtropfen gelassen.

Damit die Schokolade auch nach dem Abkühlen einen ansprechenden Glanz behält, muss sie auf bestimmte Weise temperiert werden: Beim Schmelzen sollte sie maximal auf 40 bis 45 Grad Celsius erhitzt und dann entsprechend abgekühlt werden. Dunkle Schokolade auf 31 bis 32 Grad Celsius, Vollmilchschokolade auf 30 bis 31 Grad Celsius und weiße Schokolade auf 28 bis 30 Grad Celsius Endtemperatur. So bilden sich weniger und kleinere Kristalle. Die Schokolade ist im flüssigen Zustand homogen und leicht zu verarbeiten, erhält nach dem Abkühlen und Aushärten ihr typisches Knacken beim Brechen und einen tollen Glanz.

Anstelle einer Schokoladenglasur kann die Praline auch in Kakaopulver gewälzt werden.

Dekor

Die Praline kann mit diversen Zutaten individuell garniert werden, solange die Glasur noch nicht ausgehärtet ist. Es eignen sich besonders gut: gehackte Nüsse und Mandeln, Kokosraspel, Zuckerdekor und getrocknete Früchte. 

Nach dem Aushärten kann die Praline mit verschiedenen Mustern versehen werden, die über spezielle Transfer- und Strukturfolien auf die kleinen Köstlichkeiten übertragen werden. Zudem gibt es besondere Farben zum Bemalen, die für einen Hingucker sorgen.

Außerdem hilfreich:

  • Eine Pralinengabel, um die Praline in die flüssige Schokolade zu tauchen, unbeschädigt wieder herauszuheben und vorsichtig absetzen zu können, ohne Spuren an der Glasur zu hinterlassen.
  • Ein Pralinentrichter, wenn die Pralinenmasse in einen Hohlkörper gefüllt werden soll. Er erleichtert die Handhabung und ermöglicht das Befüllen ohne Kleckern oder Tropfen.
  • Ein feines Gitter, um die glasierten Pralinen darauf abtropfen und die Glasur aushärten zu lassen. Außerdem eignet es sich hervorragend, um eine unebene Oberfläche zu gestalten. Dazu werden die Pralinen mit der noch feuchten Glasur mehrfach auf dem Gitter hin und her gerollt.
  • Ein Thermometer zum Temperieren der Schokoladen-Kuvertüre.

Merke!
Grundzutaten für klassische Pralinen sind neben heller oder dunkler Schokolade, Kuvertüre und Sahne auch ein entsprechender Dekor.

Welche Zutaten gehören in eine "smarte Praline"?

Natürlich kann man auch gesunde kleine Leckerbissen in Pralinenform herstellen – und zwar viel leichter und vor allem leckerer als gedacht! Dazu werden selbstverständlich ebenfalls qualitativ hochwertige Zutaten verwendet, die allerdings weitaus mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, aber zugleich weniger ungesunde Fette oder raffinierten Zucker enthalten.

Trockenfrüchte

Eine super Basis für smarte kleine Leckereien sind Trockenfrüchte jeglicher Art. Es eignen sich vor allem soft getrocknete Früchte mit hohem Fruchtzuckeranteil, denn so muss keine zusätzliche Süße hinzugefügt werden. Dazu zählen beispielsweise Datteln, Feigen, Aprikosen, Pfirsiche, Birnen oder Rosinen.

Aber auch eher säuerliche Komponenten wie Kirschen, Cranberries, Kiwis oder Ananas geben einen tollen und vor allem fruchtigen Geschmack. Natürlich kann man dabei verschiedene Sorten miteinander mischen. Wer eher kein fruchtiges Aroma möchte, belässt es am besten bei Datteln, die hauptsächlich süß schmecken.

Für die Verarbeitung zu kleinen Pralinen werden die Früchte einfach mit einem leistungsstarken Mixer zu einer feinen Masse zerkleinert. Selbstverständlich können auch gehackte Trockenfrüchte unter die Masse gemischt werden. Je nach Belieben können aus dieser Grundmasse jegliche Formen geknetet werden. Die einfachsten Varianten sind, die Masse flach auszurollen und eckige Pralinen herauszuschneiden oder mit den Händen kleine Kugeln zu formen. Anschließend können sie je nach Geschmack und Vorliebe verziert werden.

Nüsse, Kerne, Samen

Zu der Fruchtmasse werden noch Nüsse, Kerne oder Samen gemischt. Sie liefern gesunde Fette und sorgen für ein besonders cremiges und gehaltvolles Mundgefühl. Die Nüsse werden zusammen mit den Früchten fein zerkleinert oder aber in Form von Nussmus sorgfältig untergemischt. Natürlich können auch gehackte Nüsse für den besonderen Crunch in die Masse eingearbeitet oder eine ganze Nuss mit der Pralinenmasse ummantelt werden.

Für alle, die es besonders nussig mögen: Die Basismasse kann auch ohne Frucht aus Nussmus gemischt mit gemahlenen Nüssen, Haferflocken oder gepufftem Amaranth hergestellt werden.

Kakao und Schokolade

Auch bei der gesunden Alternative zu den klassischen Pralinen spielt die Schokolade eine wichtige Rolle. Sie kann ebenfalls als Glasur verwendet oder aber gehackt unter die Masse gemischt werden. Wer die kleine Nascherei besonders gesund gestalten möchte, kann die Schokolade auch ganz einfach mit Kakaobutter oder Kokosöl, Kakaopulver und einer natürlichen Süße selbst herstellen. 

Wer gesunde, aber eher schokoladige Pralinen selber machen möchte, fügt der Grundmasse einfach etwas ungesüßtes Kakaopulver hinzu. Sie werden überrascht sein, wie schokoladig und vor allem wenig fruchtig das schmeckt!

Gewürze

Anstelle der künstlichen Aromastoffe können Sie optional jegliche Gewürze oder auch Kräuter zur Geschmacksgebung nutzen. Es eignen sich dazu vor allem Gewürze wie Zimt, Vanille, Kardamom, Kurkuma, Ingwer, Chili, Nelken, Anis und Kräuter wie Minze, Salbei, Thymian oder Basilikum. Auch Kaffee und grüner Tee wie zum Beispiel Matcha bringen ein starkes Aroma mit sich. 

Dekor

Damit die kleinen Teilchen nicht nur den Gaumen verzaubern, sondern auch das Auge, werden auch sie garniert. Dazu können sie wie oben beschrieben mit einer Schokoladenglasur überzogen werden. Eine weitere Möglichkeit ist, sie in Kakaopulver, Kokosraspeln, Samen, gehackten (gerösteten) Nüssen oder Ähnlichem zu wälzen. Auch hier ist Ideenreichtum gefragt und kann nach Lust und Laune variiert werden.

Merke!
Eine smarte Praline besteht hauptsächlich aus natürlichen Zutaten wie getrockneten Früchten, Nüssen und Kakao. Auch sie kann unterschiedlich verziert werden.

Smarte Pralinen selber machen – das sind die Vorteile

Keine unnötigen Zusätze

Nicht nur für Allergiker oder Menschen mit Unverträglichkeiten ist es gut zu wissen, was in einem Lebensmittel steckt. Pralinen, die industriell hergestellt sind, enthalten häufig Zusätze wie Verdickungsmittel, Emulgatoren oder künstliche Aromen. Doch es geht auch ohne, denn smarte selbst gemachte Pralinen kommen ganz ohne solch unnatürliche Zusatzstoffe aus und schmecken trotzdem hervorragend.

Weniger raffinierter Zucker und ungesunde Fette

Die smarten Pralinen kommen ganz ohne raffinierten Industriezucker aus. Natürlich enthalten auch getrocknete Früchte viel Zucker, jedoch in natürlicher Form. Zudem liefern sie neben der Süße auch jede Menge Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.

Nüsse enthalten nicht nur viel Eiweiß, sondern auch noch reichlich verdauungsfördernde Ballaststoffe. Sie sind sehr reich an Fett, das sich jedoch aus gesunden mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammensetzt.

Vielseitige Zubereitung

Ganz nach Ihrem Geschmack können Sie die gesunden Pralinen mit jeglichen Zutaten Ihrer Wahl zubereiten und garnieren. Ob schokoladig, fruchtig, nussig oder knackig – Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Merke!
Smarte Pralinen benötigen keine unnötigen künstlichen oder stark verarbeiteten Zusätze, ungesunde Fette oder raffinierten Zucker. Sie können auf vielfältige Weise zubereitet werden und sind obendrein auch noch gesund.

Auf was ist bei der Zubereitung von smarten Pralinen zu achten?

  • Achten Sie auf eine nicht zu bröselige aber auch nicht zu weiche Konsistenz. Die smarten Pralinen sollten weder auseinanderfallen, noch zerlaufen. Ist der Teig zu fest, fügen Sie ein wenig Wasser oder Nussmus hinzu. Ist er zu trocken, können Kakao sowie gemahlene Nüsse oder Haferflocken Abhilfe schaffen. Die Oberfläche darf etwas klebrig sein, so haftet Dekor wie Kakaopulver, Kokosraspel oder Ähnliches gut.
  • Verwenden Sie einen leistungsstarken Mixer, damit Sie eine homogene und cremige Basismasse herstellen können.
  • Achten Sie auf die Temperatur. Nicht nur für eine glänzende Glasur sollte die Schokolade entsprechend temperiert werden, auch beim Mixen der Grundmasse kann sich der Inhalt sowie auch der Mixer erhitzen. Ist dies der Fall, ruhig ab und zu eine kleine Mix-Pause einbauen.
  • Um die Pralinen zu verzieren, werden sie bestenfalls vorher kühl gestellt, so sind sie fester und leichter weiterzuverarbeiten. Auch die fertiggestellten Pralinen sollten am besten kühl gelagert werden. 

Merke!
Die Pralinenmasse sollte gut formbar, aber nicht zu weich sein. Es wird ein leistungsstarker Mixer benötigt, um alle Zutaten gleichmäßig zerkleinern zu können. Die Masse sollte beim Mixen nicht zu heiß und die fertigen Pralinen kühl gelagert werden.

Wissen zum Mitnehmen

Klassische Pralinen lassen sich mit etwas Zeit und Geduld einfach herstellen. Aber vor allem gesunde Pralinen sind mithilfe eines leistungsstarken Mixers kinderleicht selbst gemacht. Die smarte Variante ist nicht nur eine köstliche Nascherei, sondern auch noch gesund. Da darf man sich auch zwischendurch gern mal ein oder zwei gönnen – und das ganz ohne schlechtes Gewissen!

Schreiben Sie einen Kommentar